SKS Fragenkatalog Schifffahrtsrecht 1 – 55

SKS Fragenkatalog Schifffahrtsrecht 1 – 55

In dieser Folge spreche ich dir vom SKS Fragenkatalog Schifffahrtsrecht 1 – 55. Hier kannst du dir den gesamten Fragebogen herunter laden: Fragenkatalog-SKS

Schifffahrtsrecht

Nummer 1:

Was sind “Sicherheitszonen” im Sinne der Verordnung zu den KVR?

Sicherheitszonen sind Wasserflächen im Umkreis von 500 m um Plattformen, Bohrinseln, Forschungsanlagen u. a., die nicht befahren werden dürfen.


Nummer 2:

Die Verordnung zu den KVR verbietet die Führung eines Fahrzeugs, wenn man infolge des Genusses alkoholischer Getränke in der sicheren Führung des Fahrzeugs behindert ist.
Welchen örtlichen Geltungsbereich hat die vorgenannte Verordnung?

Die Verordnung gilt auf Seeschifffahrtsstraßen und für Schiffe, die die Bundesflagge führen, seewärts der Begrenzung des Küstenmeeres der Bundesrepublik Deutschland (also weltweit), soweit nicht in den Hoheitsgewässern anderer Staaten abweichende Regelungen gelten.


Nummer 3:

Wer darf laut Verordnung zu den KVR ein Fahrzeug nicht führen oder als Mitglied der Crew eine andere Tätigkeit des Brücken- oder Decksdienstes nicht ausüben (allgemein ohne Zahlen zu beantworten)?

Wer infolge körperlicher oder geistiger Mängel oder des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel in der sicheren Führung eines Fahrzeugs oder in der sicheren Ausübung einer anderen Tätigkeit des Brücken- oder Decksdienstes behindert ist.


Nummer 4:

Welche Atem- bzw. Blutalkoholkonzentration darf laut Verordnung zu den KVR nicht erreicht werden, damit kein Verbot für ein Führen eines Fahrzeugs oder als Mitglied der Crew für ein Ausüben des Brückendienstes besteht?

0,25 mg/l oder mehr Alkohol in der Atemluft oder 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut oder eine Alkoholmenge, die zu einer solchen Atem- oder Blutalkoholkonzentration führt.


Nummer 5:

Die KVR regeln u. a. das Verhalten der Schiffsführungen bei Kollisionsgefahr.
Was ist im Rahmen der Verantwortlichkeit bei der Auslegung und Befolgung der KVR zu berücksichtigen?

Bei der Auslegung und Befolgung der KVR sind stets alle Gefahren der Schifffahrt und des Zusammenstoßes sowie alle besonderen Umstände einschließlich Behinderungen der betroffenen Fahrzeuge gebührend zu berücksichtigen, die zum Abwenden unmittelbarer Gefahr ggf. auch ein Abweichen von diesen Regeln erfordern können (z. B. Abweichen von der Kurshaltepflicht, wenn der Ausweichpflichtige nicht angemessen handelt).


Nummer 6:

Welche Grundregeln für das Verhalten im Verkehr verlangen die KVR, die ein Schiffsführer zu berücksichtigen hat, auch wenn keine konkrete Regel anwendbar ist?

Die KVR befreien nicht von den Folgen, die durch unzureichende Einhaltung der KVR oder unzureichende Vorsichtsmaßnahmen entstehen, d. h., allgemeine seemännische Praxis oder besondere Umstände des Falles können über die Mindestanforderungen der KVR hinausgehende Maßnahmen erfordern.


Nummer 7:

Was sind Verkehrstrennungsgebiete?
Wie sind sie zu befahren?

  1. Verkehrstrennungsgebiete sind Schifffahrtswege, die durch Trennlinien oder Trennzonen in Einbahnwege geteilt sind.
  2. Diese dürfen nur in Fahrtrichtung rechts der Trennlinie/Trennzone befahren werden, aber unter Nutzung der vollen Breite des Einbahnweges.

Nummer 8:

Was ist ein “manövrierunfähiges Fahrzeug”?

Manövrierunfähig ist ein Fahrzeug, das wegen außergewöhnlicher Umstände (z. B. Ruderbruch) nicht regelgerecht manövrieren und daher einem anderen Fahrzeug nicht ausweichen kann.


Nummer 9:

Was ist ein “manövrierbehindertes Fahrzeug”?

Manövrierbehindert ist ein Fahrzeug, das durch die Art seines Einsatzes behindert ist (z. B. Bagger, Kabelleger), regelgerecht zu manövrieren, und daher einem anderen Fahrzeug nicht ausweichen kann.


Nummer 10:

Nennen Sie mindestens 3 Beispiele für “manövrierbehinderte Fahrzeuge”.

  1. Tonnenleger, Kabelleger, Rohrleger im Einsatz,
  2. Bagger, Vermessungsfahrzeuge im Einsatz,
  3. Versorger im Einsatz,
  4. Flugzeugträger im Einsatz,
  5. Minenräumfahrzeuge im Einsatz,
  6. Fahrzeuge während eines Schleppvorganges, bei dem das schleppende Fahrzeug und sein Anhang erheblich behindert sind, vom Kurs abzuweichen.

Nummer 11:

Was ist unter “sicherer Geschwindigkeit” zu verstehen?

Das Fahrzeug muss jederzeit innerhalb einer solchen Entfernung zum Stehen gebracht werden können, dass ein Zusammenstoß vermieden wird.


Nummer 12:

Ab welcher Länge müssen Sportfahrzeuge mit den Lichtern/Signalkörpern ausgerüstet sein, die bei Manövrierunfähigkeit zu setzen sind?

Fahrzeuge ab 12 m Länge.


Nummer 13:

Sie sehen in der Dämmerung in der Nordsee in der Zufahrt zur Jade einen großen Tanker mit der üblichen Lichterführung, auf dem kurze Zeit später die Lichter rot-weiß-rot senkrecht übereinander zusätzlich zu den Fahrtlichtern gesetzt werden.
Welche rechtliche Bedeutung hat die geänderte Signalgebung für Sie?

Beim Erreichen des Geltungsbereiches der SeeSchStrO kennzeichnet sich der Tanker als Wegerechtschiff, das als manövrierbehindertes Fahrzeug gilt. Diesem so gekennzeichneten Fahrzeug muss im Falle einer Kollisionsgefahr ausgewichen werden.


Nummer 14:

Welche Lichter müssen manövrierbehinderte Fahrzeuge (außer Minenräumfahrzeuge) führen
1. ohne Fahrt durchs Wasser (FdW),
2. mit FdW,
3. vor Anker?

  1. Ohne FdW:
    rot-weiß-rot senkrecht übereinander.
  2. Mit FdW:
    rot-weiß-rot senkrecht übereinander und Lichter eines Maschinenfahrzeugs (Topplicht[er]), Seitenlichter, Hecklicht.
  3. Vor Anker:
    rot-weiß-rot senkrecht übereinander und Ankerlicht(er).

Nummer 15:

Wie sind manövrierbehinderte und manövrierunfähige Fahrzeuge am Tage bezeichnet?

  1. Manövrierbehinderte Fahrzeuge:
    Ball-Rhombus-Ball senkrecht übereinander.
  2. Manövrierunfähige Fahrzeuge:
    zwei schwarze Bälle senkrecht übereinander.

Nummer 16:

Wie müssen Sie Ihr Fahrzeug unter Segel bei Tage und bei Nacht kennzeichnen, wenn Sie gleichzeitig mit Maschinenkraft fahren?

  1. Bei Nacht Lichterführung eines Maschinenfahrzeugs entsprechender Größe,
  2. bei Tage einen Kegel – Spitze unten – im Vorschiff gut sichtbar.

Nummer 17:

Was müssen Sie hinsichtlich der Zeiten der Lichterführung beachten?

Die Lichter müssen geführt werden

  1. zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang,
  2. bei verminderter Sicht auch zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

Nummer 18:

Sie sehen am Tage ein Fahrzeug, augenscheinlich kürzer als 50 m, mit dem Sichtzeichen “schwarzer Rhombus”, dahinter in gleichbleibendem Abstand ein weiteres Fahrzeug mit dem gleichen Signalkörper.
1. Worum handet es sich?
2. Wie sind die Fahrzeuge bei Nacht gekennzeichnet?

  1. Es handelt sich um einen Schleppverband länger als 200 m (Heck des Schleppers – Heck des Anhangs).
  2. Der Schlepper führt nachts drei weiße Topplichter senkrecht übereinander, Seitenlichter, Hecklicht und das gelbe Schlepplicht über dem Hecklicht. Der Anhang führt Seitenlichter und Hecklicht.

Nummer 19:

Man hört bei Nebel folgendes Schallsignal mit der Pfeife Schallsignal lang-kurz-kurz (lang-kurz-kurz), unmittelbar gefolgt von Schalsignal lang-kurz-kurz-kurz(lang-kurz-kurz-kurz) etwa jede Minute.
Worum handelt es sich dabei?

Es ist das Schallsignal eines Schleppverbandes in Fahrt (schleppendes Fahrzeug lang-kurz-kurz; Anhang lang-kurz-kurz-kurz).


Nummer 20:

Bei Nebel im Küstenbereich fahrend, hört man etwa jede Minute folgendes Signal: drei Glockenschläge, dann ca. 5 Sekunden lang rasches Läuten einer Glocke, dann drei Glockenschläge.
Wer gibt dieses Signal?

Dieses Signal gibt ein Fahrzeug auf Grund unter 100 m Länge.


Nummer 21:

Sie sehen ein Fahrzeug mit folgender Lichterführung:
Lichterführung Treibnetzfischer in Fahrt oder vor Anker mit ausgebrachtem Fanggerät, das waagerecht weiter als 150 m ins Wasser reicht
1. Worum handelt es sich?
2. Welches Schallsignal müsste dieses Fahrzeug bei unsichtigem Wetter geben?

  1. Treibnetzfischer (Fahrzeug, das nicht trawlt) in Fahrt oder vor Anker mit ausgebrachtem Fanggerät, das waagerecht weiter als 150 m ins Wasser reicht. (Das untere weiße Licht kann auch das Hecklicht sein).
  2. Schallsignal Schallsignal lang-kurz-kurz (lang-kurz-kurz) mindestens alle 2 Minuten.

Nummer 22:

Sie sehen nachts auf See 2 rote Lichter senkrecht übereinander:

Lichterführung manövrierunfähiges Fahrzeug in Fahrt ohne Fahrt durchs Wasser

Worum handelt es sich?

Um ein manövrierunfähiges Fahrzeug in Fahrt ohne Fahrt durchs Wasser.


Nummer 23:

Die Lichteranordnung eines Fahrzeugs ändert sich plötzlich
von Lichterführung manövrierunfähiges Fahrzeug in Fahrt ohne Fahrt durchs Wasser in Lichterführung manövrierunfähiges Fahrzeug in Fahrt ohne Fahrt durchs Wasser hat Fahrt durchs Wasser aufgenommen, jetzt sieht man auch das Backbord-Seitenlicht

Was schließen Sie daraus?

Ein manövrierunfähiges Fahrzeug in Fahrt ohne Fahrt durchs Wasser (FdW) hat FdW aufgenommen, da man jetzt auch das Backbord-Seitenlicht sieht.


Nummer 24:

Was bestimmen die KVR über das Ausguckhalten?

Es muss jederzeit durch Sehen und Hören sowie durch jedes andere verfügbare Mittel gehöriger Ausguck gehalten werden, der einen vollständigen Überblick über die Lage und die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes gibt.


Nummer 25:

Was bestimmen die KVR für das Verhalten von Fahrzeugen von weniger als 20 m Länge oder von Segelfahrzeugen im Fahrwasser einer Seeschifffahrtsstraße?

Fahrzeuge von weniger als 20 m Länge oder Segelfahrzeuge dürfen nicht die Durchfahrt eines Fahrzeuges behindern, das nur innerhalb eines engen Fahrwassers oder einer Fahrrinne sicher fahren kann.
Sie müssen, wenn es die Umstände erfordern, frühzeitig Maßnahmen ergreifen, um genügend Raum für die sichere Durchfahrt des anderen Fahrzeugs zu lassen.


Nummer 26:

Was ist eine “Küstenverkehrszone”?

Das Gebiet zwischen der Küste und der landwärtigen Grenze eines Verkehrstrennungsgebietes.


Nummer 27:

Welche Fahrzeuge dürfen die Küstenverkehrszone benutzen, ohne einen Hafen innerhalb der Küstenverkehrszone anzusteuern?

Fahrzeuge von weniger als 20 m Länge und Segelfahrzeuge.


Nummer 28:

Wie müssen Maschinenfahrzeuge ohne Radar bei verminderter Sicht ihre Fahrweise einrichten?

Maschinenfahrzeuge müssen mit sicherer Geschwindigkeit fahren, die den gegebenen Umständen und Bedingungen der verminderten Sicht angepasst ist.


Nummer 29:

Wie müssen sich Segelfahrzeuge ohne Radar bei verminderter Sicht verhalten?
Was gehört dabei zu den Regeln guter Seemannschaft?

  1. Segelfahrzeuge müssen mit sicherer Geschwindigkeit fahren, die den gegebenen Umständen und Bedingungen der verminderten Sicht angepasst ist.
  2. Bei Segelfahrzeugen, die eine Maschine an Bord haben, gehört das Bereithalten der Maschine zu den Regeln guter Seemannschaft.

Nummer 30:

Wie müssen sich Fahrzeuge ohne Radar bei verminderter Sicht verhalten, wenn sie voraus das Schallsignal eines anderen Fahrzeuges hören?

Jedes Fahrzeug, das anscheinend vorlicher als querab das Schallsignal eines anderen Fahrzeuges hört, muss seine Fahrt auf das für die Erhaltung der Steuerfähigkeit geringstmögliche Maß verringern. Erforderlichenfalls muss es jegliche Fahrt wegnehmen und in jedem Fall mit äußerster Vorsicht manövrieren, bis die Gefahr eines Zusammenstoßes vorüber ist.


Nummer 31:

Sie segeln in der Nordsee bei guter Sicht.
Ihnen kommt in stehender Peilung ein Maschinenfahrzeug entgegen, das keine Anstalten macht, seiner Ausweichpflicht nachzukommen.
Geben Sie in einer sinnvollen Reihenfolge an, was von Ihnen zu unternehmen ist.
Welche dieser Maßnahmen sind zwingend vorgeschrieben?

  1. Über Funk versuchen, das andere Fahrzeug auf seine Ausweichpflicht aufmerksam zu machen.
  2. Schallsignal: mindestens fünf kurze, rasch aufeinander folgende Pfeifentöne geben.
  3. Ggf. Ergänzung zu 2.: Lichtsignal von mindestens fünf kurzen, rasch aufeinander folgenden Blitzen.
  4. Manöver des sogenannten “vorletzten Augenblicks” fahren.
  5. Manöver des sogenannten “letzten Augenblicks” fahren.

Zwingend vorgeschrieben sind die Maßnahmen nach 2. und 5.


Nummer 32:

Auf einem Segelfahrzeug unter Motor sieht man nachts fast recht voraus ein näher kommendes Fahrzeug mit folgender Lichterführung: oben ein weißes Licht, seitlich darunter ein grünes Licht, zeitweise rechts von dem grünen Licht auf gleicher Höhe auch ein rotes Licht.
Um was für ein Fahrzeug handelt es sich, was ist von Ihnen und was ist auf dem anderen Fahrzeug zu unternehmen?

Es handelt sich um ein Maschinenfahrzeug von weniger als 50 m Länge, das im Seegang oder durch schlechtes Steuern giert. Man muss annehmen, dass sich zwei Maschinenfahrzeuge auf entgegengesetzten oder fast entgegengesetzten Kursen nähern und die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht. Beide Fahrzeuge müssen den Kurs nach Steuerbord ändern und dieses durch einen kurzen Ton anzeigen.


Nummer 33:

Wie muss man sich verhalten, wenn man gezwungen ist, ein Verkehrstrennungsgebiet zu queren?

Kielrichtung (rwK) muss möglichst rechtwinklig zur allgemeinen Verkehrsrichtung zeigen.


Nummer 34:

Wie muss man sich verhalten, wenn man einen betonnten Schifffahrtsweg (z. B. in der Ostsee) queren will?

Die Ausweichregeln der KVR beachten.


Nummer 35:

Wie ist die Gefahr eines Zusammenstoßes sicher erkennbar?

Wenn die Kompasspeilung zu einem anderen Fahrzeug steht und sie sich einander nähern.


Nummer 36:

Wie müssen Sie Ausweichmanöver durchführen?

  1. Möglichst frühzeitig,
  2. durchgreifend, sodass das andere Fahrzeug rasch Ihre Absicht erkennen kann, und um sich gut klar zu halten.

Nummer 37:

Wie müssen Sie sich verhalten, nachdem Sie ein vorgeschriebenes Ausweichmanöver eingeleitet haben?

Der Erfolg des Manövers ist laufend zu überprüfen, bis das andere Fahrzeug klar passiert ist.


Nummer 38:

Sie segeln mit Wind von Steuerbord und sehen nachts in Luv ein einzelnes rotes Licht, das in stehender Peilung näher kommt.
1. Was ist das für ein Licht?
2. Wer muss ausweichen? (Begründung!)

  1. Das Licht ist das Backbordlicht eines Segelfahrzeugs in Fahrt.
  2. Das Segelfahrzeug in Luv muss ausweichen, entweder weil es den Wind von Backbord hat oder weil es – wenn mit Wind von Steuerbord segelnd – luvwärts steht.

Nummer 39:

Sie segeln mit Wind von Backbord und sehen nachts in Luv ein einzelnes grünes Licht, das in stehender Peilung näher kommt.
1. Was ist das für ein Licht?
2. Wer muss ausweichen? (Begründung!)

  1. Das Licht ist das Steuerbordlicht eines Segelfahrzeugs in Fahrt.
  2. Ihr Fahrzeug muss als leewärtiges Fahrzeug ausweichen, weil Sie (mit Wind von Backbord segelnd) nicht erkennen können, von welcher Seite das andere Fahrzeug den Wind hat.

Nummer 40:

Sie segeln nachts mit raumem Wind und machen gute Fahrt.
Sie sehen an Steuerbord voraus ein einzelnes weißes Licht in (nahezu) stehender Peilung.
Näher kommend verschwindet das weiße Licht gelegentlich und es erscheint stattdessen in etwa gleicher Höhe und links davon ein rotes Licht.
Jeweils kurzfristig sind beide Lichter gleichzeitig zu sehen.
1. Worum handelt es sich bei diesen Lichtern?
2. Wer muss ausweichen? (Begründung!)

  1. Man sieht Hecklicht und/oder Backbord-Seitenlicht eines Segelfahrzeugs in Fahrt, das im Seegang giert.
  2. Ihr Fahrzeug nähert sich aus dem Hecksektor des anderen Fahrzeugs. Es steht eben auf dessen Sektorengrenze und muss als überholendes Fahrzeug ausweichen. Im Zweifel (hier Sektorengrenze!) muss man sich als Überholer betrachten.

Nummer 41:

Sie segeln nachts mit raumem Wind und sehen nahezu achteraus ein Fahrzeug mit der Lichterführung rot-weiß-rot senkrecht übereinander, das näher kommt.
Zusätzlich sehen Sie neben zwei weißen Topplichtern links ein grünes und rechts ein rotes Licht auf gleicher Höhe.
1. Was bedeuten diese Lichter?
2. Wer muss ausweichen? (Begründung!)

  1. Man sieht ein manövrierbehindertes Fahrzeug mit FdW (Topplichter, Seitenlichter).
  2. Dieses Fahrzeug nähert sich im Hecklichtsektor und muss deshalb als Überholer ausweichen.

Nummer 42:

Welcher Zeitpunkt ist im freien Seeraum entscheidend für die Verantwortlichkeit (hier = Ausweichpflicht!) der Fahrzeuge untereinander?

Der Augenblick des ersten Insichtkommens. Eine spätere Änderung der Lage der Fahrzeuge zueinander verändert nicht die Verantwortlichkeit.


Nummer 43:

Ein anderes Fahrzeug muss Ihnen ausweichen.
Welche Verpflichtung nach KVR haben Sie?
Was unternehmen Sie, wenn das andere Fahrzeug nicht ausweicht?

  1. Mein Fahrzeug ist “Kurshalter”, d. h. es muss Kurs und Geschwindigkeit beibehalten.
  2. Mein Fahrzeug darf zur Abwendung eines Zusammenstoßes manövrieren, sobald erkennbar wird, dass das andere Fahrzeug nicht angemessen (= regelgerecht) manövriert (“Manöver des vorletzten Augenblicks!”)
  3. Mein Fahrzeug muss zweckdienlich manövrieren, wenn ein Manöver des Ausweichpflichtigen allein einen Zusammenstoß nicht mehr vermeiden kann (“Manöver des letzten Augenblicks!”)

Nummer 44:

Welchen Fahrzeugen muss ein Segelfahrzeug ausweichen?

  1. Einem manövrierunfähigen Fahrzeug,
  2. einem manövrierbehinderten Fahrzeug,
  3. einem fischenden Fahrzeug,
  4. ggf. einem anderen Segelfahrzeug, abhängig von der Segelstellung in Bezug auf den Wind.

Nummer 45:

1. Wie muss sich ein Sportfahrzeug gegenüber einem tiefgangbehinderten Fahrzeug verhalten?
2. Schlagen Sie entsprechende Maßnahmen/Manöver vor.

  1. Das Sportfahrzeug muss vermeiden, die sichere Durchfahrt eines tiefgangbehinderten Fahrzeugs zu behindern.
  2. Dieses kann durch eine frühzeitige Kursänderung, Geschwindigkeitsänderung oder beides geschehen.

Nummer 46:

Wo unterliegt Ihr Segelfahrzeug bzw. Ihre Motoryacht unter 20 m Länge einem Behinderungsverbot?

  1. In engen Fahrwassern,
  2. auf dem Einbahnweg eines Verkehrstrennungsgebietes (VTG) gegenüber Maschinenfahrzeugen im VTG.

Nummer 47:

Welchen Abstand muss man von Minenräumfahrzeugen halten?

Mindestens 1 000 m.


Nummer 48:

Auf einer Motoryacht A sieht man nachts etwa recht voraus Topplicht und beide Seitenlichter eines Fahrzeugs B.
Die Lichter werden rasch heller.
1. Was ist B?
2. Wie ist die Situation zu klären?

  1. B ist ein Maschinenfahrzeug von weniger als 50 m Länge in Fahrt.
  2. A und B müssen ihren Kurs so nach Steuerbord ändern, dass sie einander an der Backbord-Seite passieren. Dabei müssen A und B das Signal “ein kurzer Ton” geben.

Nummer 49:

Auf einer Motoryacht A erkennt man nachts etwa 2 Strich an Backbord folgende Lichter des Fahrzeugs B, die rasch näher kommen.
Lichterführung Maschinenfahrzeug von weniger als 50 m Länge in Fahrt dessen Steuerbord-Seite man sieht
Die Kompasspeilung zum Fahrzeug B ändert sich dabei nur geringfügig.
1. Worum handelt es sich bei Fahrzeug B?
2. Wer muss ausweichen?
3. Was muss Fahrzeug A tun?

  1. B ist ein Maschinenfahrzeug von weniger als 50 m Länge in Fahrt, dessen Steuerbord-Seite man sieht.
  2. B muss ausweichen, weil es die Motoryacht A an seiner Steuerbord-Seite hat.
  3. Die Motoryacht A muss Kurs und Geschwindigkeit beibehalten.

Nummer 50:

Welchen Fahrzeugen muss eine Motoryacht ausweichen?

  1. Manövrierunfähigen Fahrzeugen,
  2. manövrierbehinderten Fahrzeugen,
  3. fischenden Fahrzeugen,
  4. Segelfahrzeugen,
  5. ggf. einem anderen Maschinenfahrzeug.

Nummer 51:

Auf einer Motoryacht A sieht man nachts etwa querab an Steuerbord ein einzelnes weißes Licht in (nahezu) stehender Kompasspeilung.
Näher kommend erkennt man unterhalb des weißen Lichtes und etwas rechts davon ein rotes Licht (Fahrzeug B).
Lichterführung Topplicht und später Backbord-Seitenlicht eines Maschinenfahrzeuges von weniger als 50 m Länge in Fahrt
1. Worum handelt es sich?
2. Was müssen jeweils beide Fahrzeuge tun? (Begründung!)

  1. Topplicht und später Backbord-Seitenlicht eines Maschinenfahrzeuges B von weniger als 50 m Länge in Fahrt.
  2. A muss ausweichen, weil es B an seiner Steuerbord-Seite hat. A muss das Signal “ein kurzer Ton” geben.
  3. B muss Kurs und Geschwindigkeit beibehalten.

Nummer 52:

Eine Motoryacht, Länge 8 m, treibt nachts manövrierunfähig in der Nordsee und sieht ein großes Fahrzeug direkt auf sich zukommen.
Welche Maßnahmen hat die Motoryacht zu ergreifen?

Ein Fahrzeug von weniger als 12 m Länge, das die zwei roten Rundumlichter senkrecht übereinander nicht führt, muss folgende Maßnahmen ergreifen:

  1. Durch jedes andere verfügbare Mittel anzeigen, dass es manövrierunfähig ist, z. B. über UKW-Sprechfunk oder durch ein Schallsignal oder das Lichtsignal lang-kurz-kurz.
  2. Bei weiterer Annäherung das andere Fahrzeug mit einer starken Handlampe anleuchten und so auf sich aufmerksam machen.
  3. Führen eines weißen Rundumlichtes, das mit keinem anderen Licht verwechselt werden kann.
  4. Abfeuern eines Signals “weißer Stern” oder “Blitz-Knall”.
  5. Sofort bei Eintritt der Manövrierunfähigkeit Verkehrszentrale informieren (wenn vorhanden).

Nummer 53:

Wie sind Fahrwasser in der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung im Sinne der KVR eingestuft?

Fahrwasser der Seeschifffahrtsstraßen gelten als enge Fahrwasser im Sinne der KVR.


Nummer 54:

Erläutern Sie den Begriff “durchgehende Schifffahrt” auf einem Fahrwasser einer Seeschifffahrtsstraße.

Die durchgehende Schifffahrt umfasst alle Fahrzeuge, die deutlich dem Fahrwasserverlauf einer Seeschifffahrtsstraße folgen. Dies erlaubt nach allgemeiner Verkehrsauffassung ein Abweichen von höchstens ± 10° von der Richtung des Fahrwassers. Dabei ist es gleichgültig, zu welchem Zweck das Fahrzeug betrieben wird.


Nummer 55:

Was fordern die Grundregeln für das Verhalten im Verkehr?

Jeder Verkehrsteilnehmer

  1. muss die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs gewährleisten,
  2. darf andere (nicht nur Verkehrsteilnehmer!) nicht schädigen, gefährden oder mehr als unvermeidbar behindern oder belästigen.

LEBE FREIHEIT

DEINE

MONI

Veröffentlicht von

www.segelpodcast.com

Bei Segelpodcast.com von und mit Monika Bubel bekommst du mein gesamtes Segel Wissen und das von meinen Interviewpartnern. Egal ob du schon segelst oder es lernen möchtest, hier bist du genau richtig, wenn du in erlebten Geschichten mehr übers Segeln erfahren möchtest. Bootsführersschein. Sicherheit. Bordleben sind nur einige der Themen. Ich berichte auch von meinen aktuellen Erlebnissen unterwegs und werde immer mal wieder über meine Lieblinge die Wale und Delfine reden. Ich freue mich auf DICH. Einschalten. Zuhören. Relaxen. Lernen. Inspirieren lassen. Tun und FREIHEIT leben. Ich freue mich auf deine Kommentare, Monika

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