SKS Fragenkatalog 1 Seemannschaft 1 – 54

SKS Fragenkatalog 1 Seemannschaft 1 – 54

In dieser Folge spreche ich dir vom SKS Fragenkatalog 1 Seemannschaft 1 – 54. Hier kannst du dir den gesamten Fragebogen herunter laden: Fragenkatalog-SKS

Seemannschaft I (Antriebsmaschine und unter Segel)

Nummer 1:

Was versteht man im Bootsbau unter Gelcoat?

Die äußere Schutzschicht eines Bauteils aus glasfaserverstärktem Kunststoff.


Nummer 2:

Was versteht man beim GFK-Bootsbau unter Sandwichverfahren (GFK = glasvaserverstärkter Kunststoff)?

Zwischen zwei GFK-Schichten wird eine Zwischenlage zur Versteifung einlaminiert, z. B. aus Balsaholz.


Nummer 3:

Welchen Vorteil hat die Sandwichbauweise gegenüber der Massivbauweise bei GFK-Yachten (GFK = glasfaserverstärkter Kunststoff)?

Große Steifheit, Verwindungsfestigkeit, geringes Gewicht, gute Isolierung.


Nummer 4:

Beschreiben Sie die Vor- und Nachteile von Stahl als Baumaterial für Yachten.

Vorteile:
zuverlässiges, problemloses Baumaterial mit sehr hoher Festigkeit und langer Lebensdauer.

Nachteile:
hohes Gewicht, Rostanfälligkeit.


Nummer 5:

Was bedeutet der Begriff “Kategorie” im Zusammenhang mit dem CE-Zeichen für Wassersportfahrzeuge?

Mit der Kategorie legt der Hersteller fest, in welchem Fahrgebiet, bis zu welcher Windstärke und bis zu welcher charakteristischen Wellenhöhe das Fahrzeug sicher betrieben werden kann.


Nummer 6:

Welche Kategorien können im Zusammenhang mit dem CE-Zeichen für Wassersportfahrzeuge vergeben werden?

  1. A Hochsee,
  2. B Außerhalb von Küstengewässern,
  3. C Küstennahe Gewässer,
  4. D Geschützte Gewässer.

Nummer 7:

Was bedeutet die im Zusammenhang mit dem CE-Zeichen für Wassersportfahrzeuge angegebene Kategorie “B Außerhalb von Küstengewässern”?

Das Fahrzeug ist ausgelegt für Fahrten außerhalb von Küstengewässern, in denen Windstärken bis einschließlich 8 Bft und signifikante Wellenhöhen bis einschließlich 4 m auftreten können.


Nummer 8:

Beschreiben Sie den Aufbau einer Radsteuerung mit Seilzügen.

Das Rad dreht ein Zahnrad, über das eine Kette in der Steuersäule nach unten verläuft. Die Kette ist mit den Steuerseilen verbunden, welche über Umlenkrollen zum Ruderquadranten führen.


Nummer 9:

Wie nennt man die Teile des “stehenden Gutes”, die den Mast nach vorn, achtern und seitlich verankern?

Stagen und Wanten.


Nummer 10:

1. Wozu dienen Backstagen?
2. Bei welchen Takelungen werden sie vor allem gefahren?

  1. Zum zusätzlichen Abstagen des Mastes nach achtern.
  2. Bei 7/8-Takelung und anderen nicht toppgetakelten Yachten.

Nummer 11:

Was ist das “laufende Gut”?

Tauwerk, das zum Setzen, Bergen oder Bedienen der Segel oder anderer Teile der Takelage dient.


Nummer 12:

Was gehört zur regelmäßigen Pflege der Segel?

  1. Nasse Segel trocknen,
  2. Segel vor Sonnenlicht schützen,
  3. Salzwasserreste abspülen und
  4. Beschädigungen umgehend beseitigen.

Nummer 13:

Warum sollten Vorsegel für schweres Wetter im Unterliek hoch geschnitten sein?

Damit überkommende Seen nicht ins Segel schlagen und so Rigg und Segel belasten.


Nummer 14:

Was ist ein Trysegel und wie wird es gefahren?

Ein Schwerwettersegel, das anstelle des Großsegels mit losem Unterliek gefahren wird.


Nummer 15:

Warum soll man das Schlagen eines Segels vermeiden, vor allem bei stärkerem Wind?

Um Beschädigungen zu vermeiden.


Nummer 16:

Wozu dienen Segellatten?

Zur Profilierung des Segels, damit das Achterliek nicht einklappt.


Nummer 17:

Wozu dient ein “Cunningham-Stropp”?

Zur Regulierung der Vorliekspannung des Großsegels, um es so zu trimmen.


Nummer 18:

Welche Segel sollte eine Segelyacht in der Küstenfahrt mindestens an Bord haben?

  1. Reffbares Großsegel,
  2. reffbare Rollfock oder Vorsegel verschiedener Größen,
  3. Sturmfock.

Nummer 19:

Wozu dient eine Vorsegel-Rollreffeinrichtung?

Mit ihr wird das Vorsegel um das Vorstag gerollt und kann so stufenlos verkleinert werden.


Nummer 20:

Wozu dient eine Großsegel-Rollreffeinrichtung?

Mit ihr wird das Großsegel entweder im Mast oder im Baum aufgerollt und kann stufenlos verkleinert werden.


Nummer 21:

Wozu dient der Lenzkorb am Ansaugstutzen einer Lenzpumpe und wie erhalten Sie damit ihre Funktionsfähigkeit?

Der Lenzkorb verhindert Verunreinigungen und Verstopfungen der Lenzpumpe. Er muss regelmäßig überprüft und gereinigt werden.


Nummer 22:

Welche Lenzvorrichtungen und -möglichkeiten sollten auf jeder seegehenden Yacht vorhanden sein?

Zwei voneinander unabhängige Bilgenpumpen, von denen eine über Deck und eine unter Deck bedienbar ist, sowie 2 Pützen mit Leinen.


Nummer 23:

Warum sollten Sie mehr als einen Anker an Bord haben, möglichst unterschiedlicher Art?

  1. Als Ersatz bei Verlust,
  2. zum Verwarpen oder Verkatten,
  3. um unterschiedliche Ankergründe berücksichtigen zu können,
  4. um bei schwerem Wetter oder in Tidengewässern vor 2 Ankern liegen zu können.

Nummer 24:

Wie viele Fender und Festmacherleinen sollten Sie mindestens an Bord haben?

4 Festmacherleinen und 4 Fender.


Nummer 25:

Was sollte auf jeder Yacht außer Festmacherleinen, Fallen und Schoten an Tauwerk vorhanden sein?

Reservetauwerk, Wurfleine, Schlepptrosse und Ankerleine.


Nummer 26:

Für welche unterschiedlichen Reparaturbereiche sollten Sie Ersatzteile und Werkzeug an Bord haben?

  1. Segelreparaturen,
  2. Reparaturen an Rumpf und Rigg,
  3. Motorreparaturen,
  4. Elektroreparaturen und
  5. Reparaturen an Schlauchleitungen.

Nummer 27:

Welches Werkzeug sollten Sie zur Segelreparatur an Bord haben?

Segelhandschuh, Segelnadeln, Segelgarn, Wachs, Zange und selbstklebendes Segeltuch.


Nummer 28:

Ihr Mast ist gebrochen, eine Bergung ist nicht möglich.
Welche Werkzeuge benötigen Sie, um die Takelage zu kappen?

Bolzenschneider, Metallsäge mit Ersatzblättern, Schraubenschlüssel und verschiedene Zangen.


Nummer 29:

Welches Kleinmaterial und Kleinwerkzeug muss an Bord jederzeit greifbar sein?

Zeisinge, Bändselwerk, Tape, Reserveschäkel, Schäkelöffner, Bordmesser und Kombizange.


Nummer 30:

Womit muss insbesondere eine Yacht mit Radsteuerung zusätzlich ausgerüstet sein, und warum sollten alle Mitsegler mit dieser Einrichtung vertraut sein?

Mit einer Notpinne. Sie muss ggf. in kürzester Zeit einsatzbereit sein.


Nummer 31:

Wo finden Sie amtliche Informationen über die Ausrüstung und Sicherheit von Sportbooten, die auch bei der Beurteilung von Sportbootunfällen herangezogen werden?

  1. “Sicherheit im See- und Küstenbereich, Sorgfaltsregeln für Wassersportler”, herausgegeben vom BSH,
  2. “Sicherheit auf dem Wasser, Leitfaden für Wassersportler”, herausgegeben vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Nummer 32:

Warum müssen auf Yachten zusätzlich zu elektrisch oder motorgetriebenen Lenzpumpen auch Handlenzpumpen vorhanden sein?

Weil sie auch bei Strom- oder Motorausfall betätigt werden können.


Nummer 33:

Warum ist Flüssiggas (Propan, Butan) an Bord einer Yacht besonders gefährlich?

Es ist schwerer als Luft, sinkt nach unten und bildet mit Luft ein explosives Gemisch; es kann sich im Schiffsinneren (z. B. in der Bilge) sammeln.


Nummer 34:

Welche 4 Bedienelemente besitzt ein mit Handpumpe betriebenes Bord-WC auf einer Yacht?

  1. Seeventil und Spülwasserschlauch (Seewasser),
  2. Handpumpe für Toilettenspülung,
  3. Hebel zur Unterbrechung der Seewasserzufuhr (Handpumpe dient dann nur noch zum Abpumpen),
  4. Abwasserschlauch (via Fäkalientank) zum Seeventil.

Nummer 35:

Beschreiben Sie in 5 Schritten die Bedienung eines Bord-WC auf einer Yacht.

  1. Seeventil für Seewasserspülung öffnen,
  2. Handpumpe betätigen, sodass das Becken gespült wird und gleichzeitig die Fäkalien abfließen – ausgiebig spülen,
  3. Seewasserzufuhr unterbrechen (Hebel umlegen),
  4. Becken mit Handpumpe leer pumpen,
  5. Seeventile für Zu- und Abfluss schließen.

Nummer 36:

Was versteht man unter der “Stabilität” eines Schiffes?

Unter Stabilität eines Schiffes versteht man seine Eigenschaft, in aufrechter Lage zu schwimmen und sich aus einer Krängung wieder aufzurichten.


Nummer 37:

Wovon hängt die Stabilität eines Schiffes in ruhigem Wasser ab?
Nennen Sie Beispiele für äußere Momente, welche die Stabilität beanspruchen.

Die Stabilität eines Schiffes hängt ab von:

  1. seiner Geometrie (Form),
  2. der Gewichtsverteilung im Schiff (Ausrüstung, Crew, Ballast).

Beispiele für eine Beanspruchung der Stabilität sind krängende Momente durch Seitenwind, Trossenzug oder Drehkreisfahrt bei schnellen Motoryachten.


Nummer 38:

Wovon hängt eine in ruhigem Wasser vorhandene Stabilität zusätzlich in schwerem Wetter ab?

Die Stabilität in schwerem Wetter hängt zusätzlich von Wind und Seegang, besonders von brechenden Wellen ab.


Nummer 39:

Was versteht man unter
1. Formschwerpunkt (F)?
2. Massenschwerpunkt (Gewichtsschwerpunkt, G)?
Welche Kräfte wirken in den beiden Punkten?

  1. Im Formschwerpunkt F kann man sich die Masse des vom Schiff verdrängten Wassers vereinigt denken. In F wirkt die Auftriebskraft senkrecht zur Wasseroberfläche nach oben.
  2. Im Massenschwerpunkt G kann man sich die Masse des Schiffes einschließlich Ausrüstung und Besatzung vereinigt denken. In G wirkt die Gewichtskraft senkrecht zur Wasseroberfläche nach unten.

Nummer 40:

Was geschieht bei einer Neigung des Schiffes, z. B. durch seitlichen Winddruck, solange sich die Lage des Massenschwerpunktes (Gewichtsschwerpunktes) nicht verändert? (Begründung!)

Der Formschwerpunkt F wandert zur geneigten Seite aus, weil dort ein größerer Teil des Bootskörpers unter Wasser gelangt. Die Wirklinie der Auftriebskraft bekommt dadurch einen seitlichen Abstand zur Wirklinie der Gewichtskraft. Es entsteht ein Kräftepaar, der seitliche Abstand zwischen den Wirklinien ist der Hebelarm. Es entsteht ein aufrichtendes Moment, welches gleich dem Produkt aus Gewichtskraft und Hebelarm ist.


Nummer 41:

Erklären Sie mit Hilfe eines Vektorparallelogramms aus “wahrem Wind (wW)”, “Fahrtwind (Fw)” und “scheinbarem Wind (sW)”, warum beim Einfallen einer Bö (Windzunahme) der “scheinbare Wind” raumt.
Welcher Vorteil ergibt sich dadurch beim Kreuzen?
(Zeichnung!)

Verhältnisse vor Einfall der Bö
Verhältnisse vor Einfall der Bö

Verhältnisse bei Einfall der Bö
Verhältnisse bei Einfall der Bö:
Der “scheinbare Wind” fällt etwas achterlicher ein, er “raumt”, und das Segelboot kann etwas höher an den “wahren Wind” gehen.


Nummer 42:

Auf Amwindkurs mussten Sie reffen.
Ein entgegenkommendes Boot gleicher Größe segelt ungerefft.
Wie erklären Sie das?

Der “scheinbare Wind” ist unterschiedlich stark. Er ist auf Amwindkursen stärker und auf Raumschot- oder Vorwindkursen schwächer als der “wahre Wind”.


Nummer 43:

Warum wird die Versetzung einer Yacht durch den Wind mit zunehmender Krängung größer?

Der Lateralplan wird kleiner, dadurch verringert sich der seitliche Widerstand des Schiffes im Wasser.


Nummer 44:

Welchen Einfluss hat zunehmende Krängung auf den Trimm eines Segelbootes?
(Begründung!)

Die Luvgierigkeit nimmt zu, weil der Segeldruckpunkt nach Lee auswandert.


Nummer 45:

Sie segeln am Wind, Krängung und Ruderdruck nehmen stark zu.
1. Wie bezeichnet man das Verhalten des Bootes?
2. Mit welchen Mitteln können Sie die Krängung und den Ruderdruck vermindern?

  1. Luvgierigkeit.
  2. Traveller nach Lee setzen und/oder Großschot (etwas) fieren, Großsegel reffen.

Nummer 46:

Welche Funktion hat ein Unterliekstrecker und wie kann mit dem Unterliekstrecker der Trimm des Großsegels beeinflusst werden?

Er reguliert die Spannung der Unterlieks. Je nach Zugkraft wird der untere Teil des Großsegels flacher oder bauchiger.


Nummer 47:

Das Vorliek der Fock wirft Falten.
Welches ist die häufigste Ursache?

Das Fall ist nicht genügend durchgesetzt.


Nummer 48:

Das Unterliek Ihres Vorsegels killt.
Was ist die Ursache?

Der Holepunkt der Schot liegt zu weit vorne.


Nummer 49:

Das Achterliek Ihres Vorsegels killt.
Was ist die Ursache?

Der Holepunkt der Schot liegt zu weit achtern.


Nummer 50:

Wozu dienen Windfäden am Segel?

Sie machen den Strömungsverlauf am Segel sichtbar, um das Segel optimal trimmen zu können.


Nummer 51:

1. Wann sollte ein Großsegel flach getrimmt sein?
2. Wie kann ein Großsegel flach getrimmt werden?

  1. Bei Starkwind.
  2. Dichtholen von Unterliek- und Vorliekstrecker, Dichtholen der Großschot, Durchsetzen des Großfalls, Spannung des Achterstags erhöhen, Traveller nach Lee.

Nummer 52:

Mit welchen 6 Teilen des laufenden und stehenden Guts können Sie ein Großsegel trimmen?

Großschot, Traveller, Unterliekstrecker, Cunninghamstrecker, Großfall, Achterstagspanner.


Nummer 53:

Wozu dienen “Opferanoden” und wann sollten sie ausgewechselt werden?

Sie dienen dem Schutz gegen Schäden durch Elektrolyse. Verbrauchte Anoden müssen nach einer Saison ersetzt werden, nicht erst wenn sie verbraucht sind.


Nummer 54:

Wie schützt man auf Kunststoffyachten den Propeller gegen Elektrolyse?

Durch eine Zinkanode auf der Propellerwelle.

LEBE FREIHEIT

deine

Moni

Veröffentlicht von

www.segelpodcast.com

Bei Segelpodcast.com von und mit Monika Bubel bekommst du mein gesamtes Segel Wissen und das von meinen Interviewpartnern. Egal ob du schon segelst oder es lernen möchtest, hier bist du genau richtig, wenn du in erlebten Geschichten mehr übers Segeln erfahren möchtest. Bootsführersschein. Sicherheit. Bordleben sind nur einige der Themen. Ich berichte auch von meinen aktuellen Erlebnissen unterwegs und werde immer mal wieder über meine Lieblinge die Wale und Delfine reden. Ich freue mich auf DICH. Einschalten. Zuhören. Relaxen. Lernen. Inspirieren lassen. Tun und FREIHEIT leben. Ich freue mich auf deine Kommentare, Monika

Schreibe einen Kommentar


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen