066 – Kollisionsverhuetungsregeln – KVR

066 – Kollisionsverhuetungsregeln – KVR

In Folge 066 – Kollisionsverhuetungsregeln – KVR, habe ich dir das Wichtigste der Kollisionsverhügungsregeln aufgesprochen. Wenn du die Inhalte kennst bist du auf deinen Seereisen immer auf der sicheren Seite. Einfach nebenbei ab und zu mal hören. Dann prägen sich die Regeln in deinem Unterbewusstsein ein.

Hier kannst du die KVR Kurzfassung herunter laden: KVR kurz

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in Zusammenarbeit mit der juris GmbH – www.juris.de

Internationale Regeln von 1972 zur Verhütung
von Zusammenstößen auf See (Anlage zu § 1 der
Verordnung zu den Internationalen Regeln von
1972 zur Verhütung von Zusammenstößen auf
See) (Kollisionsverhütungsregeln – KVR)
KVR
Ausfertigungsdatum: 13.06.1977
Vollzitat:
“Kollisionsverhütungsregeln vom 13. Juni 1977 (BGBl. I S. 816), die zuletzt durch Artikel 1 Nummer 2 der
Verordnung vom 18. März 2009 (BGBl. I S. 647) geändert worden ist”
Stand: Zuletzt geändert durch Art. 1 Nr. 2 V v. 18.3.2009 I 647
Fußnote
Die Regeln sind im BGBl. II 1976, 1023 veröffentlicht mit dem Zitierdatum vom 20.10.1972, G v. 29.6.1976 II
1017
Inkraft gem. Bek. v. 1.6.1977 II 623 mWv 15.7.1977
Überschr.: IdF d. Art. 2 Nr. 1 V v. 14.6.1989 I 1107 mWv 19.11.1989
(+++ Textnachweis Geltung ab: 1.6.1983 +++)
(+++ Text der Verordnung siehe: SeeStrOV +++)

Teil A

Allgemeines
Regel 1 Anwendung
a) Diese Regeln gelten für alle Fahrzeuge auf Hoher See und auf den mit dieser zusammenhängenden, von
Seeschiffen befahrbaren Gewässern.
b) Diese Regeln berühren nicht die von einer zuständigen Behörde erlassenen Sondervorschriften für Reeden,
Häfen, Flüsse, Seen oder Binnengewässer, die mit der Hohen See zusammenhängen und von Seeschiffen
befahrbar sind. Solche Sondervorschriften müssen mit diesen Regeln soweit wie möglich übereinstimmen.
c) Diese Regeln berühren nicht die von der Regierung eines Staates erlassenen Sondervorschriften über
zusätzliche Positions- oder Signallichter, Signalkörper oder Schallsignale für Kriegsschiffe und Fahrzeuge
im Geleit oder über zusätzliche Positions- oder Signallichter oder Signalkörper für fischende Fahrzeuge in
einer Fangflotte. Diese zusätzlichen Positions- oder Signallichter, Signalkörper oder Schallsignale müssen
nach Möglichkeit so beschaffen sein, daß sie nicht mit einem anderen, nach diesen Regeln zulässigen Licht,
Signalkörper oder Schallsignal verwechselt werden können.
d) Die Organisation kann für die Zwecke dieser Regeln Verkehrstrennungsgebiete festlegen.
e) In allen Fällen, in denen eine Regierung feststellt, daß ein Fahrzeug besonderer Bauart oder Verwendung
eine Regel über Anzahl, Anbringung, Tragweite oder Sichtbereich von Lichtern oder Signalkörpern sowie über
Anordnung und Eigenschaften von Schallsignalanlagen nicht in vollem Umfang befolgen kann, muß das Fahrzeug
diejenigen sonstigen Bestimmungen über Anzahl, Anbringung, Tragweite oder Sichtbereich von Lichtern
oder Signalkörpern sowie über die Anordnung und Eigenschaften von Schallsignalanlagen befolgen, die nach
Auffassung der betreffenden Regierung diesen Regeln am nächsten kommen.
Regel 2 Verantwortlichkeit

a) Diese Regeln befreien ein Fahrzeug, dessen Eigentümer, Kapitän oder Besatzung nicht von den Folgen, die
durch unzureichende Einhaltung dieser Regeln oder unzureichende sonstige Vorsichtsmaßnahmen entstehen,
welche allgemeine seemännische Praxis oder besondere Umstände des Falles erfordern.
b) Bei der Auslegung und Befolgung dieser Regeln sind stets alle Gefahren der Schiffahrt und des
Zusammenstoßes sowie alle besonderen Umstände einschließlich Behinderungen der betroffenen Fahrzeuge
gebührend zu berücksichtigen, die zum Abwenden unmittelbarer Gefahr ein Abweichen von diesen Regeln
erfordern.
Regel 3 Allgemeine Begriffsbestimmungen
Soweit sich aus dem Zusammenhang nicht etwas anderes ergibt, gilt für diese Regeln folgendes:
a) Der Ausdruck “Fahrzeug” bezeichnet alle Wasserfahrzeuge einschließlich nicht wasserverdrängender
Fahrzeuge, Bodeneffektfahrzeuge und Wasserflugzeuge, die als Beförderungsmittel auf dem Wasser
verwendet werden oder verwendet werden können.
b) Der Ausdruck “Maschinenfahrzeug” bezeichnet ein Fahrzeug mit Maschinenantrieb.
c) Der Ausdruck “Segelfahrzeug” bezeichnet ein Fahrzeug unter Segel, dessen Maschinenantrieb, falls
vorhanden, nicht benutzt wird.
d) Der Ausdruck “fischendes Fahrzeug” bezeichnet ein Fahrzeug, das mit Netzen, Leinen, Schleppnetzen oder
anderen Fanggeräten fischt, welche die Manövrierfähigkeit einschränken, jedoch nicht ein Fahrzeug, das mit
Schleppangeln oder anderen Fanggeräten fischt, welche die Manövrierfähigkeit nicht einschränken.
e) Der Ausdruck “Wasserflugzeug” bezeichnet ein zum Manövrieren auf dem Wasser eingerichtetes
Luftfahrzeug.
f) Der Ausdruck “manövrierunfähiges Fahrzeug” bezeichnet ein Fahrzeug, das wegen außergewöhnlicher
Umstände nicht so manövrieren kann, wie es diese Regeln vorschreiben, und daher einem anderen
Fahrzeug nicht ausweichen kann.
g) Der Ausdruck “manövrierbehindertes Fahrzeug” bezeichnet ein Fahrzeug, das durch die Art seines Einsatzes
behindert ist, so zu manövrieren, wie es diese Regeln vorschreiben, und daher einem anderen Fahrzeug
nicht ausweichen kann.
Der Ausdruck “manövrierbehinderte Fahrzeuge” umfaßt, ohne darauf beschränkt zu sein:
i) Ein Fahrzeug, das ein Seezeichen, Unterwasserkabel oder eine Rohrleitung auslegt, versorgt oder
aufnimmt;
ii) ein Fahrzeug, das baggert, Forschungs- oder Vermessungsarbeiten oder Unterwasserarbeiten
ausführt;
iii) ein Fahrzeug in Fahrt, das Versorgungsmanöver ausführt oder mit der Übergabe von Personen,
Ausrüstung oder Ladung beschäftigt ist;
iv) ein Fahrzeug, auf dem Luftfahrzeuge starten oder landen;
v) ein Fahrzeug beim Minenräumen;
vi) ein Fahrzeug während eines Schleppvorgangs, bei dem das schleppende Fahrzeug und sein Anhang
erheblich behindert sind, vom Kurs abzuweichen.
h) Der Ausdruck “tiefgangbehindertes Fahrzeug” bezeichnet ein Maschinenfahrzeug, das durch seinen
Tiefgang im Verhältnis zu der vorhandenen Tiefe und Breite des befahrbaren Gewässers erheblich behindert
ist, von seinem zu verfolgenden Kurs abzuweichen.
i) Der Ausdruck “in Fahrt” bedeutet, daß ein Fahrzeug weder vor Anker liegt noch an Land festgemacht ist
noch auf Grund sitzt.
j) Die Ausdrücke “Länge” und “Breite” eines Fahrzeugs bedeuten die Länge über alles und die größte Breite.
k) Fahrzeuge gelten nur dann als einander in Sicht befindlich, wenn jedes vom anderen optisch
wahrgenommen werden kann.
l) Der Ausdruck “verminderte Sicht” bezeichnet jeden Zustand, bei dem die Sicht durch Nebel, dickes Wetter,
Schneefall, heftige Regengüsse, Sandstürme oder ähnliche Ursachen eingeschränkt ist.

m) Der Ausdruck “Bodeneffektfahrzeug (BEF)” bezeichnet ein in verschiedenen Betriebsweisen einsetzbares
Fahrzeug, das in seiner Hauptbetriebsweise unter Ausnutzung des Bodeneffektes in nächster Nähe zur
Oberfläche fliegt.

Teil B

Ausweich- und Fahrregeln
Abschnitt I
Verhalten von Fahrzeugen bei allen Sichtverhältnissen
Regel 4 Anwendung
Die Regeln dieses Abschnitts gelten bei allen Sichtverhältnissen.
Regel 5 Ausguck
Jedes Fahrzeug muß jederzeit durch Sehen und Hören sowie durch jedes andere verfügbare Mittel, das den
gegebenen Umständen und Bedingungen entspricht, gehörigen Ausguck halten, der einen vollständigen
Überblick über die Lage und die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes gibt.
Regel 6 Sichere Geschwindigkeit
Jedes Fahrzeug muß jederzeit mit einer sicheren Geschwindigkeit fahren, so daß es geeignete und wirksame
Maßnahmen treffen kann, um einen Zusammenstoß zu vermeiden, und innerhalb einer Entfernung zum Stehen
gebracht werden kann, die den gegebenen Umständen und Bedingungen entspricht.
Zur Bestimmung der sicheren Geschwindigkeit müssen unter anderem folgende Umstände berücksichtigt
werden:
a) Von allen Fahrzeugen:
i) die Sichtverhältnisse;
ii) die Verkehrsdichte einschließlich Ansammlungen von Fischerei- oder sonstigen Fahrzeugen;
iii) die Manövrierfähigkeit des Fahrzeugs unter besonderer Berücksichtigung der Stoppstrecke und der
Dreheigenschaften unter den gegebenen Bedingungen;
iv) bei Nacht eine Hintergrundhelligkeit, z.B. durch Lichter an Land oder eine Rückstrahlung der eigenen
Lichter;
v) die Wind-, Seegangs- und Strömungsverhältnisse sowie die Nähe von Schiffahrtsgefahren;
vi) der Tiefgang im Verhältnis zur vorhandenen Wassertiefe.
b) Zusätzlich von Fahrzeugen mit betriebsfähigem Radar:
i) die Eigenschaften, die Wirksamkeit und die Leistungsgrenzen der Radaranlagen;
ii) jede Einschränkung, die sich aus dem eingeschalteten Entfernungsbereich des Radars ergibt;
iii) der Einfluß von Seegang, Wetter und anderen Störquellen auf die Radaranzeige;
iv) die Möglichkeit, daß kleine Fahrzeuge, Eis und andere schwimmende Gegenstände durch Radar nicht
innerhalb einer ausreichenden Entfernung geortet werden;
v) die Anzahl, die Lage und die Bewegung der vom Radar georteten Fahrzeuge;
vi) die genauere Feststellung der Sichtweite, die der Gebrauch des Radars durch Entfernungsmessung in
der Nähe von Fahrzeugen oder anderen Gegenständen ermöglicht.
Regel 7 Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes

a) Jedes Fahrzeug muß mit allen verfügbaren Mitteln entsprechend den gegebenen Umständen und Bedingungen
feststellen, ob die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht. Im Zweifelsfall ist diese Möglichkeit
anzunehmen.
b) Um eine frühzeitige Warnung vor der Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes zu erhalten, muß
eine vorhandene und betriebsfähige Radaranlage gehörig gebraucht werden, und zwar einschließlich der
Anwendung der großen Entfernungsbereiche, des Plottens oder eines gleichwertig systematischen Verfahrens zur
Überwachung georteter Objekte.
c) Folgerungen aus unzulänglichen Informationen, insbesondere aus unzulänglichen Radarinformationen, müssen
unterbleiben.
d) Bei der Feststellung, ob die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht, muß unter anderem
folgendes berücksichtigt werden:
i) Eine solche Möglichkeit ist anzunehmen, wenn die Kompaßpeilung eines sich nähernden Fahrzeugs sich nicht
merklich ändert;
ii) eine solche Möglichkeit kann manchmal auch bestehen, wenn die Peilung sich merklich ändert, insbesondere
bei der Annäherung an ein sehr großes Fahrzeug, an einen Schleppzug oder an ein Fahrzeug nahebei.
Regel 8 Manöver zur Vermeidung von Zusammenstößen
a) Jedes Manöver zur Vermeidung eines Zusammenstoßes muss in Übereinstimmung mit den Regeln dieses
Teiles erfolgen und, wenn es die Umstände zulassen, entschlossen, rechtzeitig und so ausgeführt werden, wie
gute Seemannschaft es erfordert.
b) Jede Änderung des Kurses und/oder der Geschwindigkeit zur Vermeidung eines Zusammenstoßes muß, wenn
es die Umstände zulassen, so groß sein, daß ein anderes Fahrzeug optisch oder durch Radar sie schnell erkennen
kann; aufeinanderfolgende kleine Änderungen des Kurses und/oder der Geschwindigkeit sollen vermieden
werden.
c) Ist genügend Seeraum vorhanden, so kann eine Kursänderung allein die wirksamste Maßnahme zum Meiden
des Nahbereichs sein, vorausgesetzt, daß sie rechtzeitig vorgenommen wird, durchgreifend ist und nicht in einen
anderen Nahbereich führt.
d) Ein Manöver zur Vermeidung eines Zusammenstoßes mit einem anderen Fahrzeug muß zu einem sicheren
Passierabstand führen. Die Wirksamkeit des Manövers muß sorgfältig überprüft werden, bis das andere Fahrzeug
endgültig vorbei und klar ist.
e) Um einen Zusammenstoß zu vermeiden oder mehr Zeit zur Beurteilung der Lage zu gewinnen, muß ein
Fahrzeug erforderlichenfalls seine Fahrt mindern oder durch Stoppen oder Rückwärtsgehen jegliche Fahrt
wegnehmen.
f)
i) Ein Fahrzeug, das auf Grund einer dieser Regeln verpflichtet ist, die Durchfahrt oder die sichere
Durchfahrt eines anderen Fahrzeugs nicht zu behindern, muß, wenn es die Umstände erfordern, frühzeitig
Maßnahmen ergreifen, um genügend Raum für die sichere Durchfahrt des anderen Fahrzeugs zu lassen.
ii) Ein Fahrzeug, das verpflichtet ist, die Durchfahrt oder die sichere Durchfahrt eines anderen Fahrzeugs
nicht zu behindern, ist von dieser Verpflichtung nicht befreit, wenn es sich dem anderen Fahrzeug so
nähert, daß die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht, und muß, wenn es Maßnahmen
ergreift, in vollem Umfang die Maßnahmen berücksichtigen, die nach den Regeln dieses Teiles
vorgeschrieben sind.
iii) Ein Fahrzeug, dessen Durchfahrt nicht behindert werden darf, bleibt in vollem Umfang verpflichtet, die
Regeln dieses Teiles einzuhalten, wenn die beiden Fahrzeuge sich einander so nähern, daß die Möglichkeit
der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht.
Regel 9 Enge Fahrwasser
a) Ein Fahrzeug, das der Richtung eines engen Fahrwassers oder einer Fahrrinne folgt, muß sich so nahe am
äußeren Rand des Fahrwassers oder der Fahrrinne an seiner Steuerbordseite halten, wie dies ohne Gefahr
möglich ist.
b) Ein Fahrzeug von weniger als 20 Meter Länge oder ein Segelfahrzeug darf nicht die Durchfahrt eines
Fahrzeugs behindern, das nur innerhalb eines engen Fahrwassers oder einer Fahrrinne sicher fahren kann.
c) Ein fischendes Fahrzeug darf nicht die Durchfahrt eines anderen Fahrzeugs behindern, das innerhalb eines
engen Fahrwassers oder einer Fahrrinne fährt.

d) Ein Fahrzeug darf ein enges Fahrwasser oder eine Fahrrinne nicht queren, wenn dadurch die Durchfahrt eines
Fahrzeugs behindert wird, das nur innerhalb eines solchen Fahrwassers oder einer solchen Fahrrinne sicher
fahren kann. Das letztere Fahrzeug darf das in Regel 34 Buchstabe d vorgeschriebene Schallsignal geben, wenn
es über die Absichten des querenden Fahrzeugs im Zweifel ist.
e) i) Kann in einem engen Fahrwasser oder in einer Fahrrinne nur dann sicher überholt werden, wenn
das zu überholende Fahrzeug mitwirkt, so muß das überholende Fahrzeug seine Absicht durch das
entsprechende Signal nach Regel 34 Buchstabe c Ziffer i anzeigen. Ist das zu überholende Fahrzeug
einverstanden, so muß es das entsprechende Signal nach Regel 34 Buchstabe c Ziffer ii geben und
Maßnahmen für ein sicheres Passieren treffen. Im Zweifelsfall darf es die in Regel 34 Buchstabe d
vorgeschriebenen Signale geben.
ii) Diese Regel befreit das überholende Fahrzeug nicht von seiner Verpflichtung nach Regel 13.
f) Ein Fahrzeug, das sich einer Krümmung oder einem Abschnitt eines engen Fahrwassers oder einer Fahrrinne
nähert, wo andere Fahrzeuge durch ein dazwischen liegendes Sichthindernis verdeckt sein können, muß mit
besonderer Aufmerksamkeit und Vorsicht fahren und das entsprechende Signal nach Regel 34 Buchstabe e
geben.
g) Jedes Fahrzeug muß, wenn es die Umstände zulassen, das Ankern in einem engen Fahrwasser vermeiden.
Regel 10 Verkehrstrennungsgebiete
a) Diese Regel gilt in Verkehrstrennungsgebieten, die von der Organisation festgelegt worden sind; sie befreit ein
Fahrzeug nicht von seiner Verpflichtung auf Grund einer anderen Regel.
b) Ein Fahrzeug, das ein Verkehrstrennungsgebiet benutzt, muß
i) auf dem entsprechenden Einbahnweg in der allgemeinen Verkehrsrichtung dieses Weges fahren;
ii) sich, soweit möglich, von der Trennlinie oder der Trennzone klar halten;
iii) in der Regel an den Enden des Einbahnwegs ein- oder auslaufen; wenn es jedoch von der Seite ein- oder
ausläuft, muß dies in einem möglichst kleinen Winkel zur allgemeinen Verkehrsrichtung erfolgen.
c) Ein Fahrzeug muß soweit wie möglich das Queren von Einbahnwegen vermeiden; ist es jedoch zum Queren
gezwungen, so muß dies möglichst mit der Kielrichtung im rechten Winkel zur allgemeinen Verkehrsrichtung
erfolgen.
d)
i) Ein Fahrzeug darf eine Küstenverkehrszone nicht benutzen, wenn es den entsprechenden Einbahnweg
des angrenzenden Verkehrstrennungsgebiets sicher befahren kann. Fahrzeuge von weniger als 20 Meter
Länge, Segelfahrzeuge und fischende Fahrzeuge dürfen die Küstenverkehrszone jedoch benutzen.
ii) Ungeachtet der Ziffer i darf ein Fahrzeug eine Küstenverkehrszone benutzen, wenn es sich auf dem Weg
zu oder von einem Hafen, einer Einrichtung oder einem Bauwerk vor der Küste, einer Lotsenstation oder
einem sonstigen innerhalb der Küstenverkehrszone gelegenen Ort befindet, oder zur Abwendung einer
unmittelbaren Gefahr.
e) Außer beim Queren oder beim Einlaufen in einen Einbahnweg oder beim Verlassen eines Einbahnweges darf
ein Fahrzeug in der Regel nicht in eine Trennzone einlaufen oder eine Trennlinie überfahren, ausgenommen
i) in Notfällen zur Abwendung einer unmittelbaren Gefahr;
ii) zum Fischen innerhalb einer Trennzone.
f) Im Bereich des Zu- und Abgangs der Verkehrstrennungsgebiete muß ein Fahrzeug mit besonderer Vorsicht
fahren.
g) Ein Fahrzeug muß das Ankern innerhalb eines Verkehrstrennungsgebiets oder im Bereich des Zu- und
Abgangs soweit wie möglich vermeiden.
h) Ein Fahrzeug, das ein Verkehrstrennungsgebiet nicht benutzt, muß von diesem einen möglichst großen
Abstand halten.
i) Ein fischendes Fahrzeug darf die Durchfahrt eines Fahrzeugs auf dem Einbahnweg nicht behindern.
j) Ein Fahrzeug von weniger als 20 Meter Länge oder ein Segelfahrzeug darf die sichere Durchfahrt eines
Maschinenfahrzeugs auf dem Einbahnweg nicht behindern.
k) Ein manövrierbehindertes Fahrzeug, das in einem Verkehrstrennungsgebiet Arbeiten zur Aufrechterhaltung
der Sicherheit der Schiffahrt durchführt, ist von der Befolgung dieser Regel befreit, soweit dies zur Ausführung
der Arbeiten erforderlich ist.
l) Ein manövrierbehindertes Fahrzeug, das in einem Verkehrstrennungsgebiet Unterwasserkabel auslegt,
versorgt oder aufnimmt, ist von der Befolgung dieser Regel befreit, soweit dies zur Ausführung der Arbeiten
erforderlich ist.

Abschnitt II
Verhalten von Fahrzeugen, die einander in Sicht haben
Regel 11 Anwendung
Die Regeln dieses Abschnitts gelten für Fahrzeuge, die einander in Sicht haben.
Regel 12 Segelfahrzeuge
a) Wenn zwei Segelfahrzeuge sich einander so nähern, daß die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes
besteht, muß das eine dem anderen wie folgt ausweichen:
i) Wenn sie den Wind nicht von derselben Seite haben, muß das Fahrzeug, das den Wind von Backbord hat,
dem anderen ausweichen;
ii) wenn sie den Wind von derselben Seite haben, muß das luvwärtige Fahrzeug dem leewärtigen
ausweichen;
iii) wenn ein Fahrzeug mit Wind von Backbord ein Fahrzeug in Luv sichtet und nicht mit Sicherheit feststellen
kann, ob das andere Fahrzeug den Wind von Backbord oder von Steuerbord hat, muß es dem anderen
ausweichen.
b) Im Sinne dieser Regel ist die Luvseite diejenige Seite, die dem gesetzten Großsegel gegenüber liegt, auf
Rahseglern diejenige Seite, die dem größten gesetzten Schratsegel gegenüberliegt.
Regel 13 Überholen
a) Ungeachtet der Regeln des Teiles B Abschnitte I und II muß jedes Fahrzeug beim Überholen dem anderen
ausweichen.
b) Ein Fahrzeug gilt als überholendes Fahrzeug, wenn es sich einem anderen aus einer Richtung von mehr als
22,5 Grad achterlicher als querab nähert und daher gegenüber dem zu überholenden Fahrzeug so steht, daß es
bei Nacht nur dessen Hecklicht, aber keines der Seitenlichter sehen könnte.
c) Kann ein Fahrzeug nicht sicher erkennen, ob es ein anderes überholt, so muß es dies annehmen und
entsprechend handeln.
d) Durch eine spätere Änderung der Peilung wird das überholende Fahrzeug weder zu einem kreuzenden im
Sinne dieser Regeln noch wird es von der Verpflichtung entbunden, dem anderen Fahrzeug auszuweichen, bis es
dieses klar passiert hat.
Regel 14 Entgegengesetzte Kurse
a) Wenn zwei Maschinenfahrzeuge auf entgegengesetzten oder fast entgegengesetzten Kursen sich einander so
nähern, daß die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht, muß jedes seinen Kurs nach Steuerbord
so ändern, daß sie einander an Backbordseite passieren.
b) Eine solche Lage muß angenommen werden, wenn ein Fahrzeug das andere recht voraus oder fast recht
voraus sieht, bei Nacht die Topplichter des anderen in Linie oder fast in Linie und/oder beide Seitenlichter sieht
und am Tage das andere Fahrzeug dementsprechend ausmacht.
c) Kann ein Fahrzeug nicht sicher erkennen, ob eine solche Lage besteht, so muß es von dieser ausgehen und
entsprechend handeln.
Regel 15 Kreuzende Kurse
Wenn die Kurse zweier Maschinenfahrzeuge einander so kreuzen, daß die Möglichkeit der Gefahr eines
Zusammenstoßes besteht, muß dasjenige ausweichen, welches das andere an seiner Steuerbordseite hat; wenn
die Umstände es zulassen, muß es vermeiden, den Bug des anderen Fahrzeugs zu kreuzen.

Regel 16 Maßnahmen des Ausweichpflichtigen
Jedes ausweichpflichtige Fahrzeug muß möglichst frühzeitig und durchgreifend handeln, um sich gut klar zu
halten.
Regel 17 Maßnahmen des Kurshalters
a) i) Muß von zwei Fahrzeugen eines ausweichen, so muß das andere Kurs und Geschwindigkeit beibehalten
(Kurshalter).
ii) Der Kurshalter darf jedoch zur Abwendung eines Zusammenstoßes selbst manövrieren, sobald klar wird,
daß der Ausweichpflichtige nicht angemessen nach diesen Regeln handelt.
b) Ist der Kurshalter dem Ausweichpflichtigen aus irgendeinem Grund so nahe gekommen, daß ein
Zusammenstoß durch Manöver des letzteren allein nicht vermieden werden kann, so muß der Kurshalter so
manövrieren, wie es zur Vermeidung eines Zusammenstoßes am dienlichsten ist.
c) Ein Maschinenfahrzeug, das bei kreuzenden Kursen nach Buchstabe a Ziffer ii manövriert, um einen
Zusammenstoß mit einem anderen Maschinenfahrzeug zu vermeiden, darf seinen Kurs, sofern die Umstände es
zulassen, gegenüber einem Fahrzeug an seiner Backbordseite nicht nach Backbord ändern.
d) Diese Regel befreit das ausweichpflichtige Fahrzeug nicht von seiner Ausweichpflicht.
Regel 18 Verantwortlichkeiten der Fahrzeuge untereinander
Sofern in den Regeln 9, 10 und 13 nicht etwas anderes bestimmt ist, gilt folgendes:
a) Ein Maschinenfahrzeug in Fahrt muß ausweichen
i) einen manövrierunfähigen Fahrzeug;
ii) einem manövrierbehinderten Fahrzeug;
iii) einem fischenden Fahrzeug;
iv) einem Segelfahrzeug.
b) Ein Segelfahrzeug in Fahrt muß ausweichen
i) einen manövrierunfähigen Fahrzeug;
ii) einem manövrierbehinderten Fahrzeug;
iii) einem fischenden Fahrzeug.
c) Ein fischendes Fahrzeug in Fahrt muß, soweit möglich, ausweichen
i) einem manövrierunfähigen Fahrzeug;
ii) einem manövrierbehinderten Fahrzeug.
d) i) Jedes Fahrzeug mit Ausnahme eines manövrierunfähigen oder manövrierbehinderten muß, sofern die
Umstände es zulassen, vermeiden, die sichere Durchfahrt eines tiefgangbehinderten Fahrzeugs zu
behindern, das Signale nach Regel 28 zeigt.
ii) Ein tiefgangbehindertes Fahrzeug muß unter Berücksichtigung seines besonderen Zustands mit
besonderer Vorsicht navigieren.
e) Ein Wasserflugzeug auf dem Wasser muß sich in der Regel von allen Fahrzeugen gut klar halten und
vermeiden, deren Manöver zu behindern. Sobald jedoch die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes
besteht, muß es die Regeln dieses Teiles befolgen.
f) i) Ein Bodeneffektfahrzeug muss sich bei Start, Landung und oberflächennahem Flug von allen Fahrzeugen
gut klar halten und vermeiden, deren Manöver zu behindern;
ii)
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ein Bodeneffektfahrzeug, das auf der Wasseroberfläche betrieben wird, muss die Regeln dieses Teiles für
Maschinenfahrzeuge erfüllen.
Abschnitt III
Verhalten von Fahrzeugen bei verminderter Sicht
Regel 19 Verhalten von Fahrzeugen bei verminderter Sicht
a) Diese Regel gilt für Fahrzeuge, die einander nicht in Sicht haben, wenn sie innerhalb oder in der Nähe eines
Gebiets mit verminderter Sicht fahren.
b) Jedes Fahrzeug muß mit sicherer Geschwindigkeit fahren, die den gegebenen Umständen und Bedingungen
der verminderten Sicht angepaßt ist. Ein Maschinenfahrzeug muß seine Maschinen für ein sofortiges Manöver
bereithalten.
c) Jedes Fahrzeug muß bei der Befolgung der Regeln des Abschnitts I die gegebenen Umstände und Bedingungen
der verminderten Sicht gehörig berücksichtigen.
d) Ein Fahrzeug, das ein anderes Fahrzeug lediglich mit Radar ortet, muß ermitteln, ob sich eine Nahbereichslage
entwickelt und/oder die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht. Ist dies der Fall, so muß es
frühzeitig Gegenmaßnahmen treffen; ändert es deshalb seinen Kurs, so muß es nach Möglichkeit folgendes
vermeiden:
i) eine Kursänderung nach Backbord gegenüber einem Fahrzeug vorlicher als querab, außer beim Überholen;
ii) eine Kursänderung auf ein Fahrzeug zu, das querab oder achterlicher als querab ist.
e) Außer nach einer Feststellung, daß keine Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht, muß jedes
Fahrzeug, das anscheinend vorlicher als querab das Nebelsignal eines anderen Fahrzeugs hört oder das eine
Nahbereichslage mit einem anderen Fahrzeug vorlicher als querab nicht vermeiden kann, seine Fahrt auf das
für die Erhaltung der Steuerfähigkeit geringstmögliche Maß verringern. Erforderlichenfalls muß es jegliche
Fahrt wegnehmen und in jedem Fall mit äußerster Vorsicht manövrieren, bis die Gefahr eines Zusammenstoßes
vorüber ist.

Teil C

Lichter und Signalkörper
Regel 20 Anwendung
a) Die Regeln dieses Teiles müssen bei jedem Wetter befolgt werden.
b) Die Regeln über Lichter müssen zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang befolgt werden; während
dieser Zeit dürfen keine Lichter geführt oder gezeigt werden, die mit den in diesen Regeln genannten Lichtern
verwechselt werden können, deren Sichtbarkeit oder Unterscheidungsmöglichkeit beeinträchtigen oder den
gehörigen Ausguck behindern.
c) Die in diesen Regeln vorgeschriebenen Lichter müssen, wenn sie mitgeführt werden, bei verminderter Sicht
auch zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang geführt oder gezeigt werden; in allen anderen Fällen
dürfen sie geführt oder gezeigt werden, wenn es für erforderlich gehalten wird.
d) Die Regeln über Signalkörper müssen am Tage befolgt werden.
e) Die in diesen Regeln genannten Lichter und Signalkörper müssen den Bestimmungen der Anlage I
entsprechen.
Regel 21 Begriffsbestimmungen
a) “Topplicht” bedeutet ein weißes Licht über der Längsachse des Fahrzeugs, das unbehindert über einen
Horizontbogen von 225 Grad scheint, und zwar von recht voraus bis 22,5 Grad achterlicher als querab nach jeder
Seite.
b) “Seitenlichter” bedeutet ein grünes Licht an der Steuerbordseite und ein rotes Licht an der Backbordseite, die
jeweils unbehindert über einen Horizontbogen von 112,5 Grad scheinen, und zwar nach der betreffenden Seite
von recht voraus bis 22,5 Grad achterlicher als querab. Auf einem Fahrzeug von weniger als 20 Meter Länge
dürfen die Seitenlichter in einer Zweifarbenlaterne über der Längsachse geführt werden.
c) “Hecklicht” bedeutet ein weißes Licht, das so nahe wie möglich am Heck angebracht ist und das unbehindert
über einen Horizontbogen von 135 Grad scheint, und zwar von recht achteraus 67,5 Grad nach jeder Seite.
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d) “Schlepplicht” bedeutet ein gelbes Licht mit den Eigenschaften des unter Buchstabe c beschriebenen
Hecklichts.
e) “Rundumlicht” bedeutet ein Licht, das unbehindert über einen Horizontbogen von 360 Grad scheint.
f) “Funkellicht” bedeutet ein Licht mit 120 oder mehr regelmäßigen Lichterscheinungen in der Minute.
Regel 22 Tragweite der Lichter
Die in diesen Regeln vorgeschriebenen Lichter müssen die in Abschnitt 8 der Anlage I angegebenen Lichtstärken
haben, so daß folgende Mindesttragweiten erreicht werden:
a) Auf Fahrzeugen von 50 und mehr Meter Länge
– Topplicht, 6 Seemeilen;
– Seitenlicht, 3 Seemeilen;
– Hecklicht, 3 Seemeilen;
– Schlepplicht, 3 Seemeilen;
– weißes, rotes, grünes oder gelbes Rundumlicht, 3 Seemeilen.
b) Auf Fahrzeugen von 12 und mehr, jedoch weniger als 50 Meter Länge
– Topplicht, 5 Seemeilen; auf Fahrzeugen von weniger als 20 Meter Länge, 3 Seemeilen;
– Seitenlicht, 2 Seemeilen;
– Hecklicht, 2 Seemeilen;
– Schlepplicht, 2 Seemeilen;
– weißes, rotes, grünes oder gelbes Rundumlicht, 2 Seemeilen.
c) Auf Fahrzeugen von weniger als 12 Meter Länge
– Topplicht, 2 Seemeilen;
– Seitenlicht, 1 Seemeile;
– Hecklicht, 2 Seemeilen;
– Schlepplicht, 2 Seemeilen;
– weißes, rotes, grünes oder gelbes Rundumlicht, 2 Seemeilen.
d) Auf schwer erkennbaren, teilweise getauchten Fahrzeugen oder Gegenständen, die geschleppt werden,
– weißes Rundumlicht, 3 Seemeilen.
Regel 23 Maschinenfahrzeuge in Fahrt
a) Ein Maschinenfahrzeug in Fahrt muß führen
i) ein Topplicht vorn;
ii) ein zweites Topplicht achterlicher und höher als das vordere; ein Fahrzeug von weniger als 50 Meter Länge
kann ein solches Licht führen, ist jedoch nicht dazu verpflichtet;
iii) Seitenlichter;
iv) ein Hecklicht.
b) Ein Luftkissenfahrzeug, das im nicht wasserverdrängenden Zustand navigiert, muß außer den unter Buchstabe
a vorgeschriebenen Lichtern ein gelbes Rundumlicht als Funkellicht führen.
c) Nur bei Start, Landung und oberflächennahem Flug muss ein Bodeneffektfahrzeug zusätzlich zu den unter
Buchstabe a vorgeschriebenen Lichtern ein leistungsstarkes rotes Rundumlicht als Funkellicht führen.
d) i) Ein Maschinenfahrzeug von weniger als 12 Meter Länge darf an Stelle der unter Buchstabe a
vorgeschriebenen Lichter ein weißes Rundumlicht und Seitenlichter führen;

ii) ein Maschinenfahrzeug von weniger als 7 Meter Länge, dessen Höchstgeschwindigkeit 7 Knoten nicht
übersteigt, darf an Stelle der unter Buchstabe a vorgeschriebenen Lichter ein weißes Rundumlicht und
muß, wenn möglich, außerdem Seitenlichter führen;
iii) das Topplicht oder das weiße Rundumlicht auf einem Maschinenfahrzeug von weniger als 12 Meter
Länge darf außerhalb der Längsachse des Fahrzeugs geführt werden, wenn die Anbringung über der
Längsachse nicht möglich ist, vorausgesetzt, daß die Seitenlichter in einer Zweifarbenlaterne über
der Längsachse des Fahrzeugs geführt oder so nahe wie möglich in derselben Längsachse wie das
Topplicht oder das weiße Rundumlicht angebracht werden.
Regel 24 Schleppen und Schieben
a) Ein schleppendes Maschinenfahrzeug muß führen
i) an Stelle des in Regel 23 Buchstabe a Ziffer i oder ii vorgeschriebenen Lichtes zwei Topplichter senkrecht
übereinander. Wenn der Schleppzug vom Heck des schleppenden Fahrzeugs bis zum Ende des Anhangs
länger als 200 Meter ist, drei solche Lichter senkrecht übereinander;
ii) Seitenlichter;
iii) ein Hecklicht;
iv) ein Schlepplicht senkrecht über dem Hecklicht;
v) wenn der Schleppzug länger als 200 Meter ist, einen rhombusförmigen Signalkörper dort, wo er am besten
gesehen werden kann.
b) Sind ein schiebendes und ein geschobenes Fahrzeug zu einer zusammengesetzten Einheit starr miteinander
verbunden, so gelten sie als ein Maschinenfahrzeug und müssen die in Regel 23 vorgeschriebenen Lichter
führen.
c) Ein schiebendes oder längsseits schleppendes Maschinenfahrzeug muß, ausgenommen im Fall einer
zusammengesetzten Einheit, führen
i) an Stelle des in Regel 23 Buchstabe a Ziffer i oder ii vorgeschriebenen Lichtes zwei Topplichter senkrecht
übereinander;
ii) Seitenlichter;
iii) ein Hecklicht.
d) Ein Maschinenfahrzeug, für das Buchstabe a oder c dieser Regel gilt, muß auch Regel 23 Buchstabe a Ziffer ii
befolgen.
e) Ein geschlepptes Fahrzeug oder ein geschleppter Gegenstand mit Ausnahme der unter Buchstabe g
genannten muß führen
i) Seitenlichter;
ii) ein Hecklicht;
iii) wenn der Schleppzug länger als 200 Meter ist, einen rhombusförmigen Signalkörper dort, wo er am besten
gesehen werden kann.
f) In beliebiger Anzahl längsseits geschleppte oder in einer Gruppe geschobene Fahrzeuge müssen die Lichter
wie ein einzelnes Fahrzeug führen, wobei
i) ein geschobenes Fahrzeug, das nicht Teil einer zusammengesetzten Einheit ist, vorn Seitenlichter führen
muß;
ii) ein längsseits geschlepptes Fahrzeug ein Hecklicht und vorn Seitenlichter führen muß.
g) Ein schwer erkennbares, teilweise getauchtes geschlepptes Fahrzeug oder ein schwer erkennbarer, teilweise
getauchter geschleppter Gegenstand oder eine Kombination solcher Fahrzeuge oder Gegenstände muß führen
i) bei einer Breite von weniger als 25 Meter je ein weißes Rundumlicht an oder nahe dem vorderen und
hinteren Ende, wobei Transportschläuche das vordere Licht nicht zu führen brauchen;
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ii) bei einer Breite von 25 und mehr Meter zwei zusätzliche weiße Rundumlichter an oder nahe den
Außenseiten;
iii) bei einer Länge von mehr als 100 Meter zusätzliche weiße Rundumlichter zwischen den unter den Ziffern
i und ii vorgeschriebenen Lichtern, so daß der Abstand zwischen den Lichtern nicht mehr als 100 Meter
beträgt;
iv) einen rhombusförmigen Signalkörper an oder nahe dem äußersten Ende des letzten geschleppten
Fahrzeugs oder Gegenstands und, wenn der Schleppzug länger als 200 Meter ist, zusätzlich einen
rhombusförmigen Signalkörper dort, wo er am besten gesehen werden kann, und so weit vorn wie
möglich.
h) Kann ein geschlepptes Fahrzeug oder ein geschleppter Gegenstand die unter Buchstabe e oder g
vorgeschriebenen Lichter oder Signalkörper aus einem vertretbaren Grund nicht führen, so müssen alle
möglichen Maßnahmen getroffen werden, um das geschleppte Fahrzeug oder den geschleppten Gegenstand zu
beleuchten oder die Anwesenheit eines solchen Fahrzeugs oder Gegenstands zumindest erkennbar zu machen.
i) Kann ein üblicherweise nicht bei Schleppvorgängen eingesetztes Fahrzeug aus einem vertretbaren Grund die
unter Buchstabe a oder c vorgeschriebenen Lichter nicht zeigen, so braucht es diese Lichter nicht zu führen,
wenn es ein anderes Fahrzeug schleppt, das sich in Not befindet oder aus anderen Gründen Hilfe benötigt. Es
müssen alle nach Regel 36 zulässigen möglichen Maßnahmen getroffen werden, um die Art der Verbindung
zwischen dem schleppenden Fahrzeug und dem geschleppten Fahrzeug erkennbar zu machen, insbesondere
durch Anleuchten der Schleppleine.
Regel 25 Segelfahrzeuge in Fahrt und Fahrzeuge unter Ruder
a) Ein Segelfahrzeug in Fahrt muß führen
i) Seitenlichter;
ii) ein Hecklicht.
b) Auf einem Segelfahrzeug von weniger als 20 Meter Länge dürfen die unter Buchstabe a vorgeschriebenen
Lichter in einer Dreifarbenlaterne vereinigt werden, die an oder nahe der Mastspitze dort angebracht ist, wo sie
am besten gesehen werden kann.
c) Ein Segelfahrzeug in Fahrt darf zusätzlich zu den unter Buchstabe a vorgeschriebenen Lichtern an oder nahe
der Mastspitze zwei Rundumlichter senkrecht übereinander dort führen, wo sie am besten gesehen werden
können, und zwar das obere rot und das untere grün; diese Lichter dürfen jedoch nicht zusammen mit der
Dreifarbenlaterne nach Buchstabe b geführt werden.
d) i) Ein Segelfahrzeug von weniger als 7 Meter Länge muß, wenn möglich, die unter Buchstabe a oder
b vorgeschriebenen Lichter führen; andernfalls muß eine elektrische Lampe oder eine angezündete
Laterne mit einem weißen Licht gebrauchsfertig zur Hand gehalten und rechtzeitig gezeigt werden, um
einen Zusammenstoß zu verhüten.
ii) Ein Fahrzeug unter Ruder darf die in dieser Regel für Segelfahrzeuge vorgeschriebenen Lichter führen;
andernfalls muß eine elektrische Lampe oder eine angezündete Laterne mit einem weißen Licht
gebrauchsfertig zur Hand gehalten und rechtzeitig gezeigt werden, um einen Zusammenstoß zu
verhüten.
e) Ein Fahrzeug unter Segel, das gleichzeitig mit Maschinenkraft fährt, muß im Vorschiff einen Kegel – Spitze
unten – dort führen, wo er am besten gesehen werden kann.
Regel 26 Fischereifahrzeuge
a) Ein fischendes Fahrzeug in Fahrt oder vor Anker darf nur die in dieser Regel vorgeschriebenen Lichter und
Signalkörper führen.
b) Ein fischender Trawler, das heißt ein Fahrzeug, das ein Schleppnetz oder ein anderes Fanggerät durchs
Wasser schleppt, muß führen
i) zwei Rundumlichter senkrecht übereinander, das obere grün und das untere weiß, oder ein Stundenglas;
ii) ein Topplicht achterlicher und höher als das grüne Rundumlicht; ein Fahrzeug von weniger als 50 Meter
Länge kann ein solches Licht führen, ist jedoch nicht dazu verpflichtet;
iii) bei Fahrt durchs Wasser zusätzlich zu den unter diesem Buchstaben vorgeschriebenen Lichtern
Seitenlichter und ein Hecklicht.
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c) Ein fischendes Fahrzeug, das nicht trawlt, muß führen
i) zwei Rundumlichter senkrecht übereinander, das obere rot und das untere weiß, oder ein Stundenglas;
ii) bei ausgebrachtem Fanggerät, das waagerecht mehr als 150 Meter ins Wasser reicht, ein weißes
Rundumlicht oder einen Kegel – Spitze oben – in Richtung des Fanggeräts;
iii) bei Fahrt durchs Wasser zusätzlich zu den unter diesem Buchstaben vorgeschriebenen Lichtern
Seitenlichter und ein Hecklicht.
d) Die zusätzlich zu diesen Regeln in Anlage II beschriebenen Signale gelten für ein fischendes Fahrzeug, das sich
in nächster Nähe anderer fischender Fahrzeuge befindet.
e) Ein nicht fischendes Fahrzeug darf die in dieser Regel vorgeschriebenen Lichter oder Signalkörper nicht
führen, sondern nur die für ein Fahrzeug seiner Länge vorgeschriebenen.
Regel 27 Manövrierunfähige oder manövrierbehinderte Fahrzeuge
a) Ein manövrierunfähiges Fahrzeug muß führen
i) zwei rote Rundumlichter senkrecht übereinander dort, wo sie am besten gesehen werden können;
ii) zwei Bälle oder ähnliche Signalkörper senkrecht übereinander dort, wo sie am besten gesehen werden
können;
iii) bei Fahrt durchs Wasser zusätzlich zu den unter diesem Buchstaben vorgeschriebenen Lichtern
Seitenlichter und ein Hecklicht.
b) Ein manövrierbehindertes Fahrzeug, ausgenommen ein Fahrzeug beim Minenräumen, muß führen
i) drei Rundumlichter senkrecht übereinander dort, wo sie am besten gesehen werden können. Das obere
und das untere Licht müssen rot, das mittlere muß weiß sein;
ii) drei Signalkörper senkrecht übereinander dort, wo sie am besten gesehen werden können. Der obere und
der untere Signalkörper müssen Bälle, der mittlere muß ein Rhombus sein;
iii) bei Fahrt durchs Wasser zusätzlich zu den unter Ziffer i vorgeschriebenen Lichtern ein Topplicht oder
mehrere Topplichter sowie Seitenlichter und ein Hecklicht;
iv) vor Anker zusätzlich zu den unter den Ziffern i und ii vorgeschriebenen Lichtern oder Signalkörpern das
Licht, die Lichter oder den Signalkörper nach Regel 30.
c) Ein schleppendes Maschinenfahrzeug muß während eines Schleppvorgangs, bei dem das schleppende
Fahrzeug und sein Anhang erheblich behindert sind, vom Kurs abzuweichen, zusätzlich zu den in Regel 24
Buchstabe a vorgeschriebenen Lichtern oder Signalkörpern die unter Buchstabe b Ziffern i und ii dieser Regel
vorgeschriebenen Lichter oder Signalkörper führen.
d) Ein manövrierbehindertes Fahrzeug, das baggert oder Unterwasserarbeiten ausführt, muß die unter Buchstabe
b Ziffern i, ii und iii vorgeschriebenen Lichter oder Signalkörper führen, bei Behinderung außerdem
i) zwei rote Rundumlichter oder zwei Bälle senkrecht übereinander, um die Seite anzuzeigen, an der die
Behinderung besteht;
ii) zwei grüne Rundumlichter oder zwei Rhomben senkrecht übereinander, um die Passierseite für ein
anderes Fahrzeug anzuzeigen;
iii) vor Anker an Stelle der Lichter oder des Signalkörpers nach Regel 30 die unter diesem Buchstaben
vorgeschriebenen Lichter oder Signalkörper.
e) Macht die Größe eines Fahrzeugs bei Taucherarbeiten es unmöglich, alle unter Buchstabe d vorgeschriebenen
Lichter und Signalkörper zu führen, so sind zu führen
i) drei Rundumlichter, senkrecht übereinander dort, wo sie am besten gesehen werden können. Das obere
und das untere Licht müssen rot, das mittlere muß weiß sein;
ii) die Flagge “A” des Internationalen Signalbuchs als Tafel von mindestens 1 Meter Höhe. Ihre
Rundumsichtbarkeit muß sichergestellt sein.
f) Ein Fahrzeug beim Minenräumen muß zusätzlich zu den in Regel 23 vorgeschriebenen Lichtern für
Maschinenfahrzeuge oder zu den Lichtern oder dem Signalkörper nach Regel 30 für ein Fahrzeug vor Anker

drei grüne Rundumlichter oder drei Bälle führen. Eines dieser Lichter oder einer dieser Signalkörper muß nahe
dem Vormasttopp und eines oder einer an jedem Ende der vorderen Rah geführt werden. Diese Lichter oder
Signalkörper zeigen an, daß es für andere Fahrzeuge gefährlich ist, sich dem Minenräumfahrzeug auf weniger als
1.000 Meter zu nähern.
g) Fahrzeuge von weniger als 12 Meter Länge, mit Ausnahme solcher Fahrzeuge, die Taucherarbeiten
durchführen, brauchen die in dieser Regel vorgeschriebenen Lichter und Signalkörper nicht zu führen.
h) Die in dieser Regel vorgeschriebenen Signale sind keine Notsignale, durch die Hilfeleistung verlangt wird.
Solche Signale sind in Anlage IV aufgeführt.
Regel 28 Tiefgangbehinderte Fahrzeuge
Ein tiefgangbehindertes Fahrzeug darf zusätzlich zu den in Regel 23 für Maschinenfahrzeuge vorgeschriebenen
Lichtern drei rote Rundumlichter senkrecht übereinander oder einen Zylinder dort führen, wo sie am besten
gesehen werden können.
Regel 29 Lotsenfahrzeuge
a) Ein Fahrzeug im Lotsdienst muß führen
i) an oder nahe dem Masttopp zwei Rundumlichter senkrecht übereinander, das obere weiß und das untere
rot;
ii) in Fahrt zusätzlich Seitenlichter und ein Hecklicht;
iii) vor Anker zusätzlich zu den unter Ziffer i vorgeschriebenen Lichtern das Licht oder die Lichter oder den
Signalkörper, die in Regel 30 für Fahrzeuge vor Anker vorgeschrieben sind.
b) Ein Lotsenfahrzeug, das nicht im Lotsdienst ist, muß die für ein Fahrzeug seiner Länge vorgeschriebenen
Lichter oder Signalkörper führen.
Regel 30 Fahrzeuge vor Anker und auf Grund
a) Ein Fahrzeug vor Anker muß dort, wo sie am besten gesehen werden können, führen
i) im vorderen Teil ein weißes Rundumlicht oder einen Ball;
ii) an oder nahe dem Heck ein weißes Rundumlicht niedriger als das Licht nach Ziffer i.
b) Ein Fahrzeug vor Anker von weniger als 50 Meter Länge darf an Stelle der unter Buchstabe a
vorgeschriebenen Lichter ein weißes Rundumlicht dort führen, wo es am besten gesehen werden kann.
c) Ein Fahrzeug vor Anker darf auch die vorhandenen Deckslichter oder gleichwertige Lichter zur Beleuchtung
der Decks einschalten; ist das Fahrzeug 100 und mehr Meter lang, so ist es dazu verpflichtet.
d) Ein Fahrzeug auf Grund muß die unter Buchstabe a oder b vorgeschriebenen Lichter führen und zusätzlich
dort, wo sie am besten gesehen werden können,
i) zwei rote Rundumlichter senkrecht übereinander;
ii) drei Bälle senkrecht übereinander.
e) Ein Fahrzeug von weniger als 7 Meter Länge vor Anker, das sich nicht in einem engen Fahrwasser, einer
Fahrrinne oder auf einer Reede oder in der Nähe davon oder dort befindet, wo andere Fahrzeuge in der
Regel fahren, braucht nicht die unter den Buchstaben a und b vorgeschriebenen Lichter oder den dort
vorgeschriebenen Signalkörper zu führen.
f) Ein Fahrzeug von weniger als 12 Meter Länge auf Grund braucht nicht die unter Buchstabe d Ziffern i und ii
vorgeschriebenen Lichter oder Signalkörper zu führen.
Regel 31 Wasserflugzeuge
Regel 31 Wasserflugzeuge
Kann ein Wasserflugzeug oder ein Bodeneffektfahrzeug keine Lichter oder Signalkörper führen, deren
Eigenschaften oder Anordnung den Regeln dieses Teils entsprechen, so muss es Lichter und Signalkörper führen,
deren Eigenschaften und Anordnung diesen so weit wie möglich vergleichbar sind.

Teil D

Schall- und Lichtsignale
Regel 32 Begriffsbestimmungen
a) Der Ausdruck “Pfeife” bezeichnet eine Schallsignalanlage, mit der die vorgeschriebenen Töne gegeben werden
können und die den Anforderungen der Anlage III entspricht.
b) Der Ausdruck “kurzer Ton” bezeichnet einen Ton von etwa einer Sekunde Dauer.
c) Der Ausdruck “langer Ton” bezeichnet einen Ton von vier bis sechs Sekunden Dauer.
Regel 33 Ausrüstung für Schallsignale
a) Ein Fahrzeug von 12 und mehr Meter Länge muss mit einer Pfeife, ein Fahrzeug von 20 und mehr Meter Länge
zusätzlich zur Pfeife mit einer Glocke und ein Fahrzeug von 100 und mehr Meter Länge zusätzlich mit einem
Gong versehen sein, der nach Ton und Klang nicht mit der Glocke verwechselt werden kann. Die Pfeife, die
Glocke und der Gong müssen den Anforderungen der Anlage III entsprechen. Die Glocke oder der Gong oder
beide dürfen durch eine andere Einrichtung mit entsprechenden Schalleigenschaften ersetzt werden, sofern die
Abgabe der vorgeschriebenen Signale auch von Hand jederzeit möglich ist.
b) Ein Fahrzeug von weniger als 12 Meter Länge braucht keine Schallsignalanlagen nach Buchstabe a
mitzuführen, muß dann aber mit einem anderen Gerät zur Abgabe eines kräftigen Schallsignals versehen sein.
Regel 34 Manöver- und Warnsignale
a) Haben Fahrzeuge einander in Sicht, so muß ein Maschinenfahrzeug in Fahrt beim Manövrieren nach diesen
Regeln das Manöver durch folgende Pfeifensignale anzeigen:
– ein kurzer Ton mit der Bedeutung “Ich ändere meinen Kurs nach Steuerbord”;
– zwei kurze Töne mit der Bedeutung “Ich ändere meinen Kurs nach Backbord”;
– drei kurze Töne mit der Bedeutung “Ich arbeite rückwärts”.
b) Ein Fahrzeug darf die unter Buchstabe a vorgeschriebenen Pfeifensignale durch Lichtsignale ergänzen, die
während der Dauer des Manövers, soweit erforderlich, wiederholt werden.
i) Diese Lichtsignale haben folgende Bedeutung:
– ein Blitz: “Ich ändere meinen Kurs nach Steuerbord”;
– zwei Blitze: “Ich ändere meinen Kurs nach Backbord”;
– drei Blitze: “Ich arbeite rückwärts”;
ii) die Dauer eines Blitzes muß etwa eine Sekunde betragen, die Pause zwischen den Blitzen etwa eine
Sekunde und die Pause zwischen aufeinanderfolgenden Signalen mindestens zehn Sekunden;
iii) das für dieses Signal verwendete Licht muß, wenn es geführt wird, ein weißes Rundumlicht sein, das
mindestens 5 Seemeilen sichtbar ist und den Bestimmungen der Anlage I entspricht.
c) Haben Fahrzeuge in einem engen Fahrwasser oder einer Fahrrinne einander in Sicht, so gilt folgendes:
i) Ein überholendes Fahrzeug muß nach Regel 9 Buchstabe e Ziffer i seine Absicht durch folgende
Pfeifensignale anzeigen:
– zwei lange Töne und ein kurzer Ton mit der Bedeutung “Ich beabsichtige, Sie an Ihrer Steuerbordseite
zu überholen”;
– zwei lange und zwei kurze Töne mit der Bedeutung “Ich beabsichtige, Sie an Ihrer Backbordseite zu
überholen”.
ii) Das zu überholende Fahrzeug muß, wenn es nach Regel 9 Buchstabe e Ziffer i handelt, seine Zustimmung
durch folgendes Pfeifensignal anzeigen:
– ein langer, ein kurzer, ein langer, ein kurzer Ton.
d) Wenn Fahrzeuge in Sicht sich einander nähern und eines aus irgendeinem Grund die Absicht oder die
Maßnahmen des anderen nicht versteht oder zweifelt, ob das andere zur Vermeidung eines Zusammenstoßes
ausreichend manövriert, muß es dies sofort durch mindestens fünf kurze, rasch aufeinanderfolgende Pfeifentöne
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anzeigen. Dieses Signal darf durch ein Lichtsignal von mindestens fünf kurzen, rasch aufeinanderfolgenden
Blitzen ergänzt werden.
e) Ein Fahrzeug, das sich einer Krümmung oder einem Abschnitt eines Fahrwassers oder einer Fahrrinne nähert,
wo andere Fahrzeuge durch ein Sichthindernis verdeckt sein können, muß einen langen Ton geben. Jedes sich
nähernde Fahrzeug, das dieses Signal jenseits der Krümmung oder des Sichthindernisses hört, muß es mit einem
langen Ton beantworten.
f) Sind auf einem Fahrzeug Pfeifen in einem Abstand von mehr als 100 Meter angebracht, so darf nur eine Pfeife
zur Abgabe von Manöver- oder Warnsignalen verwendet werden.
Regel 35 Schallsignale bei verminderter Sicht
Innerhalb oder in der Nähe eines Gebiets mit verminderter Sicht müssen am Tag oder bei Nacht folgende Signale
gegeben werden:
a) Ein Maschinenfahrzeug, das Fahrt durchs Wasser macht, muß mindestens alle 2 Minuten einen langen Ton
geben.
b) Ein Maschinenfahrzeug in Fahrt, das seine Maschine gestoppt hat und keine Fahrt durchs Wasser macht,
muß mindestens alle 2 Minuten zwei aufeinanderfolgende lange Töne mit einem Zwischenraum von etwa 2
Sekunden geben.
c) Ein manövrierunfähiges Fahrzeug, ein manövrierbehindertes Fahrzeug, ein tiefgangbehindertes Fahrzeug,
ein Segelfahrzeug, ein fischendes Fahrzeug und ein Fahrzeug, das ein anderes Fahrzeug schleppt oder
schiebt, muß an Stelle der unter Buchstabe a oder b vorgeschriebenen Signale mindestens alle 2 Minuten
drei aufeinanderfolgende Töne – lang, kurz, kurz – geben.
d) Ein fischendes Fahrzeug vor Anker und ein manövrierbehindertes Fahrzeug, das bei der Ausführung seiner
Arbeiten vor Anker liegt, müssen an Stelle der unter Buchstabe g vorgeschriebenen Signale das unter
Buchstabe c vorgeschriebene Signal geben.
e) Ein geschlepptes Fahrzeug oder das letzte Fahrzeug eines Schleppzugs muß, wenn bemannt, mindestens
alle 2 Minuten vier aufeinanderfolgende Töne – lang, kurz, kurz, kurz – geben. Dieses Signal muß möglichst
unmittelbar nach dem Signal des schleppenden Fahrzeugs gegeben werden.
f) Sind ein schiebendes und ein geschobenes Fahrzeug miteinander zu einer zusammengesetzten Einheit
starr verbunden, so gelten sie als ein Maschinenfahrzeug und müssen die unter Buchstabe a oder b
vorgeschriebenen Signale geben.
g) Ein Fahrzeug vor Anker muß mindestens jede Minute etwa 5 Sekunden lang die Glocke rasch läuten.
Ein Fahrzeug von 100 und mehr Meter Länge muß die Glocke auf dem Vorschiff läuten und unmittelbar
danach auf dem Achterschiff etwa 5 Sekunden lang den Gong rasch schlagen. Ein Fahrzeug vor Anker darf
außerdem drei aufeinanderfolgende Töne – kurz, lang, kurz – geben, um einem sich nähernden Fahrzeug
seinen Standort anzuzeigen und es vor einem möglichen Zusammenstoß zu warnen.
h) Ein Fahrzeug auf Grund muß das Glockensignal und, soweit vorgeschrieben, das Gongsignal nach Buchstabe
g geben, sowie zusätzlich unmittelbar vor und nach dem raschen Glockenläuten drei scharf voneinander
getrennte Glockenschläge. Ein Fahrzeug auf Grund darf zusätzlich ein geeignetes Pfeifensignal geben.
i) Ein Fahrzeug mit einer Länge von 12 und mehr, aber weniger als 20 Meter muss die unter den Buchstaben g
und h vorgeschriebenen Glockensignale nicht geben. Es muss dann allerdings mindestens alle 2 Minuten ein
anderes kräftiges Schallsignal geben.
j) Ein Fahrzeug von weniger als 12 Meter Länge braucht die obenerwähnten Signale nicht zu geben, muß dann
aber mindestens alle 2 Minuten ein anderes kräftiges Schallsignal geben.
k) Ein Lotsenfahrzeug im Lotsdienst darf zusätzlich zu den unter Buchstabe a, b oder g vorgeschriebenen
Signalen ein Erkennungssignal von vier kurzen Tönen geben.
Regel 36 Aufmerksamkeitssignale
Ist es erforderlich, die Aufmerksamkeit eines anderen Fahrzeugs zu erregen, so darf ein Fahrzeug Licht- oder
Schallsignale geben, die nicht mit anderen Signalen nach diesen Regeln verwechselt werden können; es darf
auch seinen Scheinwerfer auf die Gefahr richten, wenn es dadurch andere Fahrzeuge nicht verwirrt. Jedes
Licht, das die Aufmerksamkeit eines anderen Fahrzeugs erregen soll, muß so beschaffen sein, daß es nicht mit
einem Schiffahrtszeichen verwechselt werden kann. Für die Zwecke dieser Regel ist die Verwendung von hoher
Lichtstärke bei unterbrochenen Lichtern oder Drehlichtern, zum Beispiel Lichter mit umlaufender Blendscharte,
zu vermeiden.

Regel 37 Notsignale
Ist ein Fahrzeug in Not und fordert es Hilfe an, so muß es die in Anlage IV beschriebenen Signale benutzen oder
zeigen.

Teil E

Befreiungen
Regel 38 Befreiungen
Ein Fahrzeug (oder eine Fahrzeugklasse), das (die) vor dem Inkrafttreten dieser Regeln auf Kiel gelegt wurde
oder sich in einem entsprechenden Bauzustand befand, kann, wenn es (sie) den Vorschriften der Internationalen
Regeln von 1960 zur Verhütung von Zusammenstößen auf See entspricht, von der Befolgung der vorliegenden
Regeln wie folgt befreit werden:
a) Einbau der Lichter mit den in Regel 22 vorgeschriebenen Tragweiten innerhalb von vier Jahren nach dem Tag
des Inkrafttretens dieser Regeln.
b) Einbau der Lichter mit den Farben nach Abschnitt 7 der Anlage I innerhalb von vier Jahren nach dem Tag des
Inkrafttretens dieser Regeln.
c) Dauernde Befreiung von der Versetzung der Lichter als Folge des Übergangs von britischen in metrische
Maße und deren Abrundung.
d) i) Dauernde Befreiung von der Versetzung der Topplichter auf Fahrzeugen von weniger als 150 Meter
Länge nach den Vorschriften des Abschnitts 3 Buchstabe a der Anlage I.
ii) Versetzung der Topplichter auf Fahrzeugen von 150 und mehr Meter Länge nach den Vorschriften des
Abschnitts 3 Buchstabe a der Anlage I innerhalb von neun Jahren nach dem Tag des Inkrafttretens dieser
Regeln.
e) Versetzung der Topplichter nach den Vorschriften des Abschnitts 2 Buchstabe b der Anlage I innerhalb von
neun Jahren nach dem Tag des Inkrafttretens dieser Regeln.
f) Versetzung der Seitenlichter nach den Vorschriften des Abschnitts 2 Buchstabe g und des Abschnitts 3
Buchstabe b der Anlage I innerhalb von neun Jahren nach dem Tag des Inkrafttretens dieser Regeln.
g) Vorschriften über Schallsignalanlagen nach Anlage III innerhalb von neun Jahren nach dem Tag des
Inkrafttretens dieser Regeln.
h) Dauernde Befreiung von der Versetzung der Rundumlichter nach den Vorschriften des Abschnitts 9
Buchstabe b der Anlage I.
Anlage I Anordnung und technische Einzelheiten der Lichter und Signalkörper
1. Begriffsbestimmung
Der Ausdruck “Höhe über dem Schiffskörper” bezeichnet die Höhe über dem obersten durchlaufenden Deck.
Diese Höhe ist von einem Punkt aus zu messen, der senkrecht unter dem Anbringungsort des Lichtes liegt.
2. Senkrechte Anordnung und senkrechter Abstand der Lichter
a) Auf einem Maschinenfahrzeug von 20 und mehr Meter Länge müssen die Topplichter wie folgt angebracht
sein:
i) das vordere oder gegebenenfalls das einzige Topplicht in einer Höhe von mindestens 6 Meter über
dem Schiffskörper; ist das Fahrzeug breiter als 6 Meter, in einer der Breite des Fahrzeugs mindestens
gleichkommenden Höhe; es braucht jedoch nicht höher als 12 Meter über dem Schiffskörper angebracht zu
sein;
ii) wenn zwei Topplichter geführt werden, muß das hintere mindestens 4,5 Meter höher als das vordere sein.
b) Der senkrechte Abstand der Topplichter eines Maschinenfahrzeugs muß so groß sein, daß das hintere
Topplicht in allen normalen Trimmlagen in 1.000 Meter Abstand vom Vorsteven und von der Wasseroberfläche
aus über dem vorderen Topplicht und getrennt von ihm gesehen wird.
c) Das Topplicht eines Maschinenfahrzeugs von mindestens 12 Meter, jedoch weniger als 20 Meter Länge muß in
einer Höhe von mindestens 2,5 Meter über dem Schandeckel angebracht sein.
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d) Ein Maschinenfahrzeug von weniger als 12 Meter Länge darf das oberste Licht in einer Höhe von weniger als
2,5 Meter über dem Schandeckel führen. Werden jedoch ein Topplicht zusätzlich zu den Seitenlichtern und dem
Hecklicht oder das Rundumlicht nach Regel 23 Buchstabe c Ziffer i zusätzlich zu den Seitenlichtern geführt, so
müssen das Topplicht oder das Rundumlicht mindestens 1 Meter höher als die Seitenlichter geführt werden.
e) Eines der zwei oder drei für ein Maschinenfahrzeug beim Schleppen oder Schieben eines anderen Fahrzeugs
vorgeschriebenen Topplichter muß an derselben Stelle wie das vordere oder das hintere Topplicht angebracht
sein; jedoch muß, wenn sie am hinteren Mast geführt werden, das niedrigste hintere Topplicht mindestens 4,5
Meter höher als das vordere Topplicht angebracht sein.
f) i) Das Topplicht oder die Topplichter nach Regel 23 Buchstabe a müssen höher angebracht sein als alle
anderen Lichter und Sichthindernisse und klar von ihnen sein, sofern nicht unter Ziffer ii etwas anderes
bestimmt ist.
ii) Wenn es undurchführbar ist, die in Regel 27 Buchstabe b Ziffer i oder Regel 28 vorgeschriebenen
Rundumlichter niedriger als die Topplichter anzubringen, dürfen sie höher als das hintere Topplicht oder
die hinteren Topplichter oder senkrecht zwischen dem vorderen Topplicht oder den vorderen Topplichtern
und dem hinteren Topplicht oder den hinteren Topplichtern angebracht werden; jedoch muß in letzterem
Fall die Vorschrift des Abschnitts 3 Buchstabe c befolgt werden.
g) Die Seitenlichter eines Maschinenfahrzeugs müssen in einer Höhe über dem Schiffskörper angebracht sein,
die drei Viertel der Höhe des vorderen Topplichts nicht überschreitet. Sie dürfen nicht so niedrig angebracht sein,
daß sie durch Deckslichter beeinträchtigt werden.
h) Werden auf einem Maschinenfahrzeug von weniger als 20 Meter Länge die Seitenlichter in einer
Zweifarbenlaterne geführt, so muß diese mindestens 1 Meter unter dem Topplicht angebracht sein.
i) Schreiben die Regeln zwei oder drei Lichter senkrecht übereinander vor, so sind folgende Abstände
einzuhalten:
i) Auf einem Fahrzeug von 20 und mehr Meter Länge muß der Abstand zwischen diesen Lichtern mindestens
2 Meter betragen, der Abstand des untersten, mit Ausnahme eines vorgeschriebenen Schlepplichts,
mindestens 4 Meter vom Schiffskörper;
ii) auf einem Fahrzeug von weniger als 20 Meter Länge muß der Abstand zwischen diesen Lichtern
mindestens 1 Meter betragen, der Abstand des untersten, mit Ausnahme eines vorgeschriebenen
Schlepplichts, mindestens 2 Meter vom Schandeckel;
iii) werden drei Lichter geführt, so müssen die Abstände gleich sein.
j) Das untere der beiden Rundumlichter, die für ein fischendes Fahrzeug vorgeschrieben sind, muß in einem
Abstand über den Seitenlichtern angebracht sein, der mindestens doppelt so groß ist wie sein Abstand vom
oberen Licht.
k) Werden zwei Ankerlichter geführt, so muß das in Regel 30 Buchstabe a Ziffer i vorgeschriebene vordere
mindestens 4,5 Meter höher als das hintere angebracht sein. Auf einem Fahrzeug von 50 m und mehr Meter
Länge muß das vordere Ankerlicht mindestens 6 Meter über dem Schiffskörper angebracht sein.
3. Waagerechte Anordnung und waagerechter Abstand der Lichter
a) Sind für ein Maschinenfahrzeug zwei Topplichter vorgeschrieben, so muß ihr waagerechter Abstand
mindestens der halben Fahrzeuglänge entsprechen; er braucht jedoch nicht mehr als 100 Meter zu betragen. Das
vordere Topplicht darf nicht mehr als ein Viertel der Fahrzeuglänge vom Vorsteven entfernt sein.
b) Auf einem Maschinenfahrzeug von 20 und mehr Meter Länge dürfen die Seitenlichter nicht vor den vorderen
Topplichtern angebracht sein. Sie müssen sich an oder nahe der Außenseite des Fahrzeugs befinden.
c) Wenn die in Regel 27 Buchstabe b Ziffer i oder Regel 28 vorgeschriebenen Lichter senkrecht zwischen dem
vorderen Topplicht oder den vorderen Topplichtern und dem hinteren Topplicht oder den hinteren Topplichtern
angebracht werden, müssen diese Rundumlichter einen waagerechten Abstand von mindestens 2 Meter quer zur
Längsachse des Fahrzeugs haben.
d) Ist für ein Maschinenfahrzeug nur ein Topplicht vorgeschrieben, so ist dieses Licht vorlicher als mittschiffs
anzubringen; ein Fahrzeug von weniger als 20 Meter Länge braucht dieses Licht jedoch nicht vorlicher als
mittschiffs anzubringen, muß es aber möglichst weit vorn führen.
4. Einzelheiten der Anordnung richtungsweisender Lichter auf Fischereifahrzeugen und
Fahrzeugen, die Bagger- und Unterwasserarbeiten ausführen
a) Das Licht, das auf einem fischenden Fahrzeug nach Regel 26 Buchstabe c Ziffer ii die Richtung des
ausgelegten Fanggeräts anzeigt, muß in einem waagerechten Abstand von mindestens 2 Meter und höchstens 6
Meter von dem roten und weißen Rundumlicht angebracht sein. Dieses Licht darf nicht höher als das in Regel 26
Buchstabe c Ziffer i vorgeschriebene weiße Rundumlicht und nicht niedriger als die Seitenlichter angebracht sein.
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b) Auf einem Fahrzeug, das baggert oder Unterwasserarbeiten ausführt, müssen die Lichter und Signalkörper,
die nach Regel 27 Buchstabe d Ziffern i und ii die behinderte Seite und/oder die Passierseite anzeigen, im
größtmöglichen waagerechten Abstand von den Lichtern oder Signalkörpern nach Regel 27 Buchstabe b Ziffern
i und ii angebracht sein, jedoch keinesfalls in einem Abstand von weniger als 2 Meter. In keinem Fall darf das
obere dieser Lichter oder Signalkörper höher angebracht sein als das untere der drei Lichter oder Signalkörper
nach Regel 27 Buchstabe b Ziffern i und ii.
5. Abschirmungen für Seitenlichter
Die Seitenlichter von Schiffen von 20 und mehr Meter Länge müssen an der Binnenbordseite mit mattschwarz
gestrichenen Abschirmungen versehen sein und den Vorschriften des Abschnitts 9 entsprechen. Eine
Zweifarbenlaterne mit vertikaler Glühlampenwendel und sehr schmaler Trennung des grünen und des roten
Ausstrahlungsbereichs braucht keine Abschirmungen zu haben. Auf Schiffen von weniger als 20 Meter Länge
müssen die Seitenlichter an der Binnenbordseite mit mattschwarz gestrichenen Abschirmungen versehen sein,
wenn dies zur Erfüllung der Vorschriften des Abschnitts 9 erforderlich ist.
6. Signalkörper
a) Signalkörper müssen schwarz sein und folgende Abmessungen haben:
i) Ein Ball muß einen Durchmesser von mindestens 0,6 Meter haben;
ii) ein Kegel muß eine Grundfläche mit einem Durchmesser von mindestens 0,6 Meter und eine Höhe wie sein
Durchmesser haben;
iii) ein Zylinder muß einen Durchmesser von mindestens 0,6 Meter und eine doppelt so große Höhe wie sein
Durchmesser haben;
iv) ein Rhombus muß aus zwei Kegeln nach Ziffer ii mit einer gemeinsamen Grundfläche bestehen.
b) Der senkrechte Abstand zwischen Signalkörpern muß mindestens 1,5 Meter betragen.
c) Auf einem Fahrzeug von weniger als 20 Meter Länge dürfen Signalkörper geringerer Abmessungen verwendet
werden, die dem Größenverhältnis des Fahrzeugs angemessen sind; die Abstände zwischen ihnen dürfen
entsprechend verringert werden.
7. Bestimmung der Lichtfarben
Die Farbart aller Navigationslichter muß den nachfolgenden Normwerten entsprechen, die innerhalb der Grenzen
der Bereiche liegen, die für jede Farbe von der Internationalen Beleuchtungskommission (CIE) in der Farbtafel
festgelegt worden sind.
Die Grenzen der einzelnen Farbbereiche werden durch die nachstehend aufgeführten Koordinaten der Eckpunkte
bestimmt:
i) Weiß
x 0,525 0,525 0,452 0,310 0,310 0,443
y 0,382 0,440 0,440 0,348 0,283 0,382
ii) Grün
x 0,028 0,009 0,300 0,203
y 0,385 0,723 0,511 0,356
iii) Rot
x 0,680 0,660 0,735 0,721
y 0,320 0,320 0,265 0,259
iv) Gelb
x 0,612 0,618 0,575 0,575
y 0,382 0,382 0,425 0,406
8. Lichtstärke
a) Die Mindestlichtstärke wird durch folgende Gleichung bestimmt:
I = 3.43 x 10(hoch)6 x T x D(hoch)2 x K(hoch)-D.
Darin bezeichnet
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I = die Lichtstärke in Candela unter Betriebsbedingungen,
T = den Schwellenwert der Beleuchtungsstärke mit 2 x 10(hoch)-7 lx,
D = die Tragweite in Seemeilen,
K = den Sichtwert.
K ist für die vorgeschriebenen Lichter 0,8, entsprechend einer meteorologischen Sichtweite von ungefähr
13 Seemeilen.
b) Eine Auswahl von Werten, die nach dieser Gleichung berechnet sind, ist in der folgenden Tabelle
wiedergegeben:
Tragweite in Seemeilen Lichtstärke in Candela K = 0,8
D I
1 0,9
2 4,3
3 12
4 27
5 52
6 94
Anmerkung:
Die Höchstlichtstärke der Navigationslichter soll begrenzt sein, um unerwünschte Blendungen zu vermeiden. Dies
darf nicht durch eine variable Steuerung der Lichtstärke bewirkt werden.
9. Waagerechte Lichtverteilung
a) i) Nach recht voraus müssen die auf dem Fahrzeug angebrachten Seitenlichter die vorgeschriebenen
Mindestlichtstärken haben. Hier müssen die Lichtstärken in einem Bereich zwischen 1 Grad und 3 Grad
außerhalb des vorgeschriebenen Ausstrahlungswinkels auf nahezu Null abfallen.
ii) Für Heck- und Topplichter und für Seitenlichter 22,5 Grad achterlicher als querab müssen die
vorgeschriebenen Mindestlichtstärken über einen Horizontbogen bis zu 5 Grad innerhalb des
in Regel 21 vorgeschriebenen Ausstrahlungswinkels erhalten bleiben. Ab 5 Grad innerhalb des
vorgeschriebenen Ausstrahlungswinkels darf die Lichtstärke um 50 v.H. bis zu den vorgeschriebenen
Grenzen abnehmen; sie muß stetig abnehmen und bei höchstens 5 Grad außerhalb des
vorgeschriebenen Ausstrahlungswinkels praktisch Null erreichen.
b) i) Rundumlichter müssen so angebracht sein, daß sie nicht durch Masten, Stengen oder Bauteile
innerhalb eines Ausstrahlungswinkels von mehr als 6 Grad verdeckt werden, ausgenommen
Ankerlichter nach Regel 30, deren Anbringung in entsprechender Höhe über dem Schiffskörper
unmöglich ist.
ii) Ist die Einhaltung der Ziffer i durch Führen nur eines Rundumlichtes nicht möglich, so sind zwei in
geeigneter Weise angebrachte oder abgeschirmte Rundumlichter zu verwenden, so daß sie aus einer
Entfernung von einer Seemeile möglichst als ein Licht erscheinen.
10. Senkrechte Lichtverteilung
a) Für die senkrechten Ausstrahlungswinkel angebrachter elektrisch betriebener Lichter muß, ausgenommen bei
den Lichtern von Segelfahrzeugen in Fahrt, sichergestellt sein, daß
i) die vorgeschriebene Mindestlichtstärke mindestens im Bereich von 5 Grad über bis 5 Grad unter der
Horizontalebene erhalten bleibt;
ii) mindestens 60 v.H. der vorgeschriebenen Mindestlichtstärke im Bereich von 7,5 Grad über bis 7,5 Grad unter
der Horizontalebene erhalten bleiben.
b) Auf Segelfahrzeugen in Fahrt muß für die senkrechten Ausstrahlungswinkel angebrachter elektrisch
betriebener Lichter sichergestellt sein, daß
i) die vorgeschriebene Mindestlichtstärke mindestens im Bereich von 5 Grad über bis 5 Grad unter der
Horizontalebene erhalten bleibt;
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ii) mindestens 50 v.H. der vorgeschriebenen Mindestlichtstärke im Bereich von 25 Grad über bis 25 Grad unter
der Horizontalebene erhalten bleiben.
c) Für nicht elektrisch betriebene Lichter müssen diese Anforderungen soweit wie möglich erfüllt werden.
11. Lichtstärke nicht elektrisch betriebener Lichter
Nicht elektrisch betriebene Lichter müssen soweit wie möglich die Mindestlichtstärken erreichen, die in der
Tabelle in Abschnitt 8 angegeben sind.
12. Manöverlichter
Ungeachtet der Bestimmungen des Abschnitts 2 Buchstabe f muß das in Regel 34 Buchstabe b beschriebene
Manöverlicht über derselben Längsachse wie das Topplicht oder die Topplichter angebracht sein, und zwar, wenn
möglich, mindestens 2 Meter senkrecht über dem vorderen Topplicht, jedoch mindestens 2 Meter höher oder
niedriger als das hintere Topplicht. Auf einem Fahrzeug mit nur einem Topplicht muß das Manöverlicht, falls
vorhanden, dort angebracht sein, wo es am besten gesehen werden kann, jedoch mindestens 2 Meter höher oder
niedriger als das Topplicht.
13. Hochgeschwindigkeitsfahrzeuge *)
a) Das Topplicht eines Hochgeschwindigkeitsfahrzeugs kann in niedrigerer Höhe im Verhältnis zur Breite des
Fahrzeugs angebracht werden als unter Abschnitt 2 Buchstabe a Ziffer i vorgeschrieben; allerdings darf der
Basiswinkel des gleichschenkligen Dreiecks, das durch die Seitenlichter und das Topplicht gebildet wird, in
Vorderansicht nicht weniger als 27 Grad betragen.
b) Bei Hochgeschwindigkeitsfahrzeugen von 50 und mehr Meter Länge kann der in Abschnitt 2 Buchstabe
a Ziffer ii vorgeschriebene senkrechte Abstand zwischen Fockmast- und Hauptmastlicht von 4,5 Metern
verändert werden, sofern ein solcher Abstand nicht unter dem durch die folgende Formel ermittelten Wert
liegt:
(a+17psi)C
Y = —————– + 2
1.000
Dabei gilt: y ist die Höhe des Hauptmastlichtes über dem
Fockmastlicht in Metern;
a ist die Höhe des Fockmastlichtes über der Wasseroberfläche
unter Betriebsbedingungen in Metern;
psi ist der Trimm unter Betriebsbedingungen in Grad;
C ist der waagerechte Abstand der Topplichter in Metern.
—–
*) Es wird auf den Internationalen Code für die Sicherheit von Hochgeschwindigkeitsfahrzeugen von 1994 und
auf den Internationalen Code für die Sicherheit von Hochgeschwindigkeitsfahrzeugen von 2.000 verwiesen.
14. Genehmigung
Die Konstruktion der Lichter und Signalkörper sowie die Anbringung der Lichter an Bord müssen den
Anforderungen der zuständigen Behörde des Staates entsprechen, dessen Flagge das Fahrzeug zu führen
berechtigt ist.
Anlage II Zusatzsignale für nahe beieinander fischende Fahrzeuge
1. Allgemeines
Die hier aufgeführten Lichter müssen, wenn sie in Übereinstimmung mit Regel 26 Buchstabe d gezeigt werden,
dort angebracht sein, wo sie am besten gesehen werden können. Sie müssen mindestens 0,9 Meter voneinander
entfernt sein, jedoch niedriger als die Lichter nach Regel 26 Buchstabe b Ziffer i und Buchstabe c Ziffer i. Die
Lichter müssen über den ganzen Horizont in einer Entfernung von mindestens 1 Seemeile sichtbar sein, jedoch in
einer geringeren Entfernung als die in diesen Regeln für fischende Fahrzeuge vorgeschriebenen Lichter.
2. Signale für Trawler
a) Fahrzeuge von 20 oder mehr Meter Länge zeigen beim Trawlen, gleichviel ob mit pelagischen Netzen oder mit
Grundschleppnetzen,
i) beim Ausbringen der Netze:
zwei weiße Lichter senkrecht übereinander;
ii) beim Einholen der Netze:
ein weißes Licht senkrecht über einem roten Licht;
iii) wenn das Netz an einem Hindernis hakt:
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zwei rote Lichter senkrecht übereinander.
b) Jedes Fahrzeug von 20 oder mehr Meter Länge, das im Gespann trawlt, zeigt
i) bei Nacht ein Scheinwerferlicht, das voraus und zum anderen Fahrzeug des Gespanns gerichtet wird;
ii) beim Ausbringen oder Einholen ihrer Netze oder wenn ihre Netze an einem Hindernis haken, die unter
Nummer 2 Buchstabe a vorgeschriebenen Lichter.
c) Ein Fahrzeug von weniger als 20 Meter Länge darf beim Trawlen, gleichviel ob es ein pelagisches Netz oder
ein Grundschleppnetz verwendet oder im Gespann trawlt, die nach den Buchstaben a oder b vorgeschriebenen
Lichter führen.
3. Signale für die Fischerei mit Ringwaden
Fahrzeuge, die mit Ringwaden fischen, dürfen zwei gelbe Lichter senkrecht übereinander zeigen. Diese Lichter
müssen abwechselnd jede Sekunde derart blinken, daß das obere an ist, wenn das untere aus ist und umgekehrt.
Diese Lichter dürfen nur gezeigt werden, solange das Fahrzeug durch sein Fanggerät behindert ist.
Anlage III Technische Einzelheiten der Schallsignalanlagen
1. Pfeifen
a) F r e q u e n z e n u n d R e i c h w e i t e
Die Grundfrequenz des Signals muss im Bereich von 70-700 Hz liegen. Die Reichweite eines Pfeifensignals
muss aus denjenigen Frequenzen bestimmt werden, welche die Grundfrequenz oder eine oder mehrere höhere
Frequenzen einschließen können, die im Bereich von 180-700 Hz (+/- 1 v. H.) für ein Schiff von 20 und mehr
Meter Länge oder von 180-2100 Hz (+/- 1 v. H.) für ein Schiff von weniger als 20 Meter Länge liegen und die
unter Buchstabe c angegebenen Schalldruckpegel erreichen.
b) G r e n z e n d e r G r u n d f r e q u e n z e n
Um eine große Mannigfaltigkeit von Pfeifenmerkmalen sicherzustellen, muß die Grundfrequenz einer Pfeife
zwischen folgenden Grenzen liegen:
i) 70 – 200 Hz für ein Schiff von 200 und mehr Meter Länge;
ii) 130 – 350 Hz für ein Schiff von mindestens 75, aber weniger als 200 Meter Länge;
iii) 250 – 700 Hz für ein Schiff von weniger als 75 Meter Länge.
c) I n t e n s i t ä t u n d R e i c h w e i t e d e s S c h a l l s i g n a l s
Eine Pfeife auf einem Schiff muss in Richtung der maximalen Intensität und in 1 Meter Abstand von der Pfeife in
mindestens einem Terzband des Frequenzbereichs von 180-700 Hz (+/- 1 v. H.) bei Schiffen von 20 und mehr
Meter Länge oder von 180-2100 Hz (+/- 1 v. H.) bei Schiffen von weniger als 20 Meter Länge mindestens einen
Schalldruckpegel von dem zugehörigen Zahlenwert der folgenden Tabelle erreichen.
Schiffslänge in Meter
Terzbandpegel in
1 Meter Abstand
in dB, bezogen auf
2×10(hoch)-5 N/qm
Reichweite
in Seemeilen
200 und mehr 143 2
mindestens 75, aber weniger als 200 138 1,5
mindestens 20, aber weniger als 75 130 1
120 1) 0,5
115 2)
weniger als 20
111 3)
—–
1) Wenn die gemessenen Frequenzen innerhalb des Bereichs von 180-450 Hz liegen.
2) Wenn die gemessenen Frequenzen innerhalb des Bereichs von 400-800 Hz liegen.
3) Wenn die gemessenen Frequenzen innerhalb des Bereichs von 800-2.100 Hz liegen.
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d) R i c h t e i g e n s c h a f t e n
Der Schalldruckpegel einer gerichtet aussendenden Pfeife darf in jeder Richtung der Horizontalebene innerhalb
von +- 45 Grad zur Achse nicht mehr als 4 dB unter dem vorgeschriebenen Schalldruckpegel in Achsrichtung
liegen. Der Schalldruckpegel in jeder anderen Richtung der Horizontalebene darf nicht mehr als 10 dB unter dem
vorgeschriebenen Schalldruckpegel in Achsrichtung liegen, so daß die Reichweite in jeder Richtung mindestens
gleich der halben Reichweite in Achsrichtung ist. Der Schalldruckpegel muß in demjenigen Terzband gemessen
werden, das die Reichweite bestimmt.
e) A n o r d n u n g d e r P f e i f e n
Wenn eine gerichtet aussendende Pfeife als einzige Pfeife auf einem Schiff verwendet wird, muß sie so
angebracht werden, daß ihre höchste Intensität voraus gerichtet ist.
Eine Pfeife muß so hoch wie möglich auf dem Schiff angebracht werden, um die Beeinträchtigung des
ausgesandten Schalls durch Hindernisse zu verhindern und die Gefahr von Hörschäden für das Personal
auf ein Mindestmaß zu beschränken. Der Schalldruckpegel des eigenen Signals des Schiffes darf an den
Beobachtungsstellen 110 dB (A) nicht überschreiten und soll nach Möglichkeit 100 dB (A) nicht überschreiten.
f) A u s r ü s t u n g m i t m e h r a l s e i n e r P f e i f e
Sind auf einem Schiff Pfeifen in einem Abstand von mehr als 100 Meter angebracht, so ist sicherzustellen, daß sie
nicht gleichzeitig tönen können.
g) K o m b i n i e r t e P f e i f e n s y s t e m e
Wenn infolge von Hindernissen das Schallfeld einer einzigen Pfeife oder einer der unter Buchstabe f erwähnten
Pfeifen wahrscheinlich eine Zone stark verminderten Signalpegels aufweist, wird ein kombiniertes Pfeifensystem
empfohlen, um dieser Verminderung zu begegnen. Im Sinne der Regeln ist ein kombiniertes Pfeifensystem als
eine einzige Pfeife anzusehen. Die Pfeifen eines kombinierten Systems sind in einem Abstand von höchstens 100
Meter anzubringen und müssen gleichzeitig zum Tönen gebracht werden können. Die Frequenz jeder einzelnen
Pfeife muß sich von den anderen um mindestens 10 Hz unterscheiden.
2. Glocke oder Gong
a) I n t e n s i t ä t d e s S i g n a l s
Eine Glocke, ein Gong oder eine andere Vorrichtung mit ähnlichen Schalleigenschaften muß in 1 Meter Abstand
einen Schalldruckpegel von mindestens 110 dB erzeugen.
b) K o n s t r u k t i o n
Glocken und Gongs müssen aus korrosionsfestem Material hergestellt werden und einen klaren Ton abgeben.
Der Durchmesser des Glockenmundes muss für Schiffe von 20 und mehr Meter Länge mindestens 30 Zentimeter
betragen. Wo es möglich ist, soll ein mechanisch angetriebener Glockenklöppel verwendet werden, um eine
konstante Kraft sicherzustellen, doch muss in jedem Fall auch Handbetrieb möglich sein. Die Klöppelmasse darf
nicht weniger als 3 v. H. der Glockenmasse betragen.
3. Genehmigung
Die Konstruktion von Schallsignalanlagen, ihre Ausführung und die Anbringung an Brod müssen den
Anforderungen der zuständigen Behörde des Staates entsprechen, dessen Flagge das Fahrzeug zu führen
berechtigt ist.
Anlage IV Notzeichen
1. Die folgenden Signale, die zusammen oder einzeln verwendet oder gezeigt werden, bedeuten Not und die
Notwendigkeit der Hilfe:
a) Kanonenschüsse oder andere Knallsignale in Zwischenräumen von ungefähr einer Minute;
b) anhaltendes Ertönen eines Nebelsignalgeräts;
c) Raketen oder Leuchtkugeln mit roten Sternen einzeln in kurzen Zwischenräumen;
d) das durch eine beliebige Signalart gegebene Morsesignal …—… (SOS);
e) das Sprechfunksignal aus dem gesprochenen Wort “Mayday”;
f) das Notzeichen NC des Internationalen Signalbuchs;
g) ein Signal aus einer viereckigen Flagge, darüber oder darunter ein Ball oder etwas, das einem Ball
ähnlich sieht;
h) Flammensignale auf dem Fahrzeug, z.B. brennende Teertonnen, Öltonnen oder dergleichen;
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i) eine rote Fallschirm-Leuchtrakete oder eine rote Handfackel;
j) ein Rauchsignal mit orangefarbenem Rauch;
k) langsames und wiederholtes Heben und Senken der nach beiden Seiten ausgestreckten Arme;
l) ein Notalarm über das Digitale Selektivrufsystem (DSC), der ausgesandt wird auf:
a) UKW-Kanal 70 oder
b) den GW-/KW-Frequenzen 2187,5 kHz, 8414,5 kHz, 4207,5 kHz, 6312 kHz, 12577 kHz oder 16804,5
kHz;
m) ein Notalarm Schiff-Land, der über die Inmarsat-Anlage des Schiffes oder eine Schiffs-Erdfunkstelle
eines anderen mobilen Satellitendienstanbieters übermittelt wird;
n) von einer Seenotfunkboje ausgestrahlte Funksignale;
o) zugelassene Signale, die über Funksysteme einschließlich Radartransponder auf Überlebensfahrzeugen
übermittelt werden.
2. Die obengenannten Signale dürfen nur verwendet oder gezeigt werden, wenn Not und die Notwendigkeit
der Hilfe vorliegen; die Verwendung von Signalen, die mit diesen Signalen verwechselt werden können, ist
verboten.
3. Auf die betreffenden Abschnitte des Internationalen Signalbuchs, des Internationalen Handbuchs für die
luftgestützte und maritime Suche und Rettung, Band III, und auf folgende Signale wird hingewiesen:
a) ein Stück orangefarbenes Segeltuch mit einem schwarzen Quadrat oder Kreis oder mit einem anderen
entsprechenden Zeichen (zur Erkennung aus der Luft);
b) ein Seewasserfärber.

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Bei Segelpodcast.com von und mit Monika Bubel bekommst du mein gesamtes Segel Wissen und das von meinen Interviewpartnern. Egal ob du schon segelst oder es lernen möchtest, hier bist du genau richtig, wenn du in erlebten Geschichten mehr übers Segeln erfahren möchtest. Bootsführersschein. Sicherheit. Bordleben sind nur einige der Themen. Ich berichte auch von meinen aktuellen Erlebnissen unterwegs und werde immer mal wieder über meine Lieblinge die Wale und Delfine reden. Ich freue mich auf DICH. Einschalten. Zuhören. Relaxen. Lernen. Inspirieren lassen. Tun und FREIHEIT leben. Ich freue mich auf deine Kommentare, Monika

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