036 – Im Wal Revier Segeln – Toern 4 vom 06.08. – 13.08.2016 Teil 1

036 – Im Wal Revier Segeln Toern 4 vom 06.08. – 13.08.2016 Teil 1

Ich bin beseelt und glücklich. Im Wal Revier Segeln – Toern 4 vom 06.08. – 13.08.2016 vor Teneriffa war wieder eine Segelreise mit tollen Begegnungen zwischen Mensch und Tier und traumhaften und auch etwas ruppigen Stunden auf See.

Ankunft

Eigentlich wollte ich ja in diesem Sommer gar keinen Törn machen, aber ein Ehepaar fragte mich an und es fanden sich recht schnell noch drei Mitseglerinnen, so dass der Törn statt finden konnte.

Ich hatte schon zwei Wochen auf Teneriffa verbracht und vor allem für meinen Segelpodcast Folgen produziert und freute mich auf die Woche auf der Yacht.

Schon gegen 10 Uhr war ich in der Marina del Sur in Las Galletas und fand auch schnell die Yacht.
“ALSEDO” heißt sie und du kannst sie, wie auch alle anderen Charteryachten bei meinem Geschäftspartner www.pro-sailing.de mit drei Prozent Rabatt auf den angegebenen Preis auch selbst chartern (gib einfach meinen Namen, Monika Bubel oder Wale und Delfine an, wenn du buchst.)

Der Termin für die Übergabe war erst um 14 Uhr und so ging ich vorne zu der Cafe Bar am Eingang des Hafengeländes und nutzte die freie Wlan Verbindung (mit Passwort geschützt).

Nach einer Weile setzte ich mich in den Schatten auf die Mauer an der Uferpromenade und schaute den Wellenreitern zu. Es war die letzten Wochen recht windig auf der Süd – Ost – Seite der Insel, was mich ein wenig genervt hat, die Surfer aber sehr freudig angenommen hatten, da es schöne Wellen gab. Ich beobachtete sie eine Weile.

Ich saß also auf meiner Mauer und auf einmal sagte neben mir jemand meinen Namen. Das Ehepaar hatte mich gefunden. Sie waren schon am Tag vorher angereist und mussten erst um 12 Uhr aus ihrem Hotel auschecken, was sie für einen kleinen Stadtbummel nutzten.

Wir redeten eine Weile und verabredeten uns für ab 14 Uhr an der Yacht.

Ich wartete nun auf eine Mitseglerin aus meinem Ort, die in der nächsten Stunde ankommen sollte. Was sie auch tat. Da wir noch ein bisschen Zeit hatten, genossen wir auf einem schattigen Plätzchen das angenehme Ambiente mit dem größten Berg Spaniens EL TEIDE im Hintergrund und einem dunklen Sandstrand voller Menschen, die sichtlich Freude hatten, im Vordergrund.

Dann war es Zeit zur Yacht zu gehen.

Übergabe der Yacht

Schon bevor wir auf den Steg kamen wurden wir von den Vercharterern herzlich in Empfang genommen. Und kaum an Bord machte ich auch schon die Übergabe der Yacht. Es waren der technische Mitarbeiter des Vercharterers, er selbst und seine Frau da. Die Mitseglerin aus meinem Ort setzte sich entspannt ins Cockpit.

Maris, der Techniker, zeigte mir im Detail die ganzen Funktionen und die Sicherheitsausrüstung usw. Da ich gerade vor drei Wochen auch auf einer Bavaria 40 Cruiser in Schweden unterwegs war, kannte ich die Yacht schon sehr gut. Sie unterschied sich fast gar nicht von der anderen.

Ich erledigte mit dem Vercharterer noch den Papierteil, hinterlegte mit meiner Kreditkarte die 1500 Euro Kaution, zahlte die 5 Garnituren Bettwäsche (à 20 Euro), die meine Crew bestellt hatte (ich hatte meinen Schlafsack und ein Leintuch mit) und nach einer halben Stunde fing der Urlaub an, wobei es für mich dann doch auch Arbeit war, da meine nicht Segelerfahrene Crew nicht gerne ans Steuer ging, aber dazu in Teil 2 mehr.

Inzwischen war das Ehepaar gekommen. Ich erklärte meinen drei Gästen nun erst mal die Toiletten und wir relaxten noch ein bisschen im Cockpit und überlegten, was wir einkaufen sollten.

Das Ehepaar wollte täglich am Abend Essen gehen und da die zwei Nachzüglerinnen im Vorfeld gesagt hatte, dass sie in Bezug auf das Essen keine Extrawünsche haben und die Mitseglerin aus meinem Ort sowieso total relaxed ist, wurde unsere Essensliste nicht sehr lang.

Wir gingen zu dem kleinen Geschäft, das ich noch nie von innen sah, welches aber meine letzte Crew ausfindig gemacht hatte und ich war vom Angebot etwas enttäuscht. Aber wir konnten den Bedarf für die ersten zwei Tage schon mal einkaufen und vor allem die ganzen Getränke, die uns der Verkäufer dann auch zum Schiff brachte (ohne Aufpreis).

An Bord wurde alles verstaut, dazu hatten wir sehr viel Platz, was echt ein Vorteil von Charteryachten ist, bei Eignern findest du nämlich oft kein freies Plätzchen für die Einkäufe.

Die Kojen wurden nun auch bezogen und dann kamen auch bald die junge Deutsche, die in Österreich lebt und die älteste unter uns aus der Schweiz. Und beide bezogen auch gleich ihre Kojen. Ich erklärte auch ihnen die wichtigsten Funktionen an Bord und schon war es Zeit zum Abendessen.

Dieses genossen wir in einer Pizzeria, die gerade mal 20 Tage geöffnet hatte und wo uns ein super netter Kellner bediente. Alle waren mit dem Essen zufrieden.

Ich wandte auch gleich das Prinzip “Learning by doing” bei meiner Crew an. Zwei wollten nämlich schon an Bord und mussten zuerst lernen wie man mit dem etwas abgelutschten Schlüssel das Schott auf bekam um dann im Dunkeln zu stehen. Da sie nicht wussten wie sie das Licht anbekommen sollten kamen sie wieder zurück und ich erklärte ihnen, dass man erst die Sicherungen am Navigationstisch an machen musste. Hätte ich auch früher dran denken können, dass sie das nicht wissen können, aber nobody is perfect.  🙂

Haha, als ich dann später kam stellte ich fest, dass sie die richtigen und auch noch ein paar andere Sicherungen gefunden hatten. 😉

Sicherheitseinweisung

Am nächsten Morgen machte ich, nachdem alle vom ersten Toilettengang wieder zurück waren, den ersten Teil der Sicherheitseinweisung unter Deck (in Folge 20 anhören). Wir mussten bis 9 Uhr warten, erst da machte der Bäcker auf und nutzten die Zeit gut. Dann machten wir ein gemeinsames Frühstück, dass an Deck serviert wurde und nach dem Abwasch ging es weiter mit Sicherheitseinweisung Teil zwei oben an Deck.
Nun hatten alle ihre Sicherheitswesten in der richtigen Größe, wussten wo die Feuerlöschmittel, Signalraketen, die Rettungsinsel, das Sanitätsköfferchen usw. waren und wie alles funktioniert und wir machten uns klar zum Ablegen.

Endlich wieder auf´s Wasser

Nachdem ich meiner nicht segelnden Crew, die außer dem Ehemann, der in seiner Jugend mal gesegelt ist, den Ablegevorgang erklärt hatte, ging es los. Unter Motor aus der Marina heraus und in einer moderaten Welle von vorne (was eher ungewöhnlich ist) runter auf die Süd-West-Spitze von Teneriffa zu.

Erste Sichtung

Manchmal sieht man auch hier auf den ca. 30-45 Minuten bis um die Ecke schon Delfine. Heute nicht, aber wir hatten dennoch riesiges Glück, denn nach der Ecke und rund 50 Minuten nach unserem Start sahen wir die ersten Delfine. Tümmler, 3 oder 4 in der Nähe der Fischzucht, die vor Los Cristianos vor ein paar Jahren installiert wurde.

Die erste Begegnung mit den Waltieren ist immer ein magischer Moment. Sie in ihrem Element live zu erleben ist mit das schönste, was ich mir vorstellen kann. Und auch meine Crew war sichtlich bewegt. Einige genossen den Anblick nur und andere zückten die Kamera. Ich filmte – für dich!

Da ich mich möglichst respektvoll im Lebensraum der Säuger bewege schauten wir ihnen eine Weile zu und fuhren dann weiter.

Kurz nach unserer Ersten Begegnung mit den Tümmlern trafen wir auf 4 Indische Grindwale. Diese heißen zwar Wal, aber gehören auch zur Gruppe der Delfine. Entgegen ihrer sonstigen mir bekannten Gewohnheit, dass sie morgens einfach nur auf dem Wasser dümpeln und sich von der Nacht erholen – sie sind nachtaktiv – waren sie heute recht lebhaft. Sie schienen auch zu jagen, was ich tagsüber noch nie gesehen hatte, was aber nichts zu sagen hat.

An der Südwestküste von Teneriffa hoch sahen wir in den nächsten 2-3 Stunden noch einige kleine Grindwalgruppen. Statt zusammen in einer Gruppe bis 15 Tiere waren sie heute sehr zerstreut und jeder Anblick war für mich atemberaubend. Ich finde diese Art Delfine, die auch Pilotwale genannt werden, weil sie eine Anführerin haben, irgendwie majestätisch. Und ich glaube sie sind mit den Orcas die Herrscher der Meere, wenn sich nämlich die Bullen zusammen tun und das habe ich in der Straße von Gibraltar schon einmal erlebt (hier gibt es das Video dazu) können sie sogar Orcas vertreiben.

Hier waren auch ein paar Kälber mit dabei, die natürlich immer diese Ausstrahlung haben, dass man sie am liebsten knuddeln möchte, was natürlich nicht gemacht werden sollte. Zum Schutze von Mensch und Tier wurde auch vor einigen Jahren das Schwimmen mit Walen und Delfinen auf den Kanaren verboten und es wurden Richtlinien aufgestellt wie man sich in ihrer Nähe zu verhalten hat.

Wer also einmal auf Teneriffa ist und einen Whale Watching Ausflug machen möchte, sollte unbedingt darauf achten einen Anbieter zu wählen, der die gelbe Flagge mit der blauen Aufschrift “Barco Azul” gehisst hat.

Die Zeit verging im Flug und wir mussten nun doch mal nach La Gomera abbiegen. Da meine Crew so begeistert war und wir auch immer wieder Grindwale zu Gesicht bekamen waren wir recht hoch an der Küste vor Teneriffa gefahren und der Wind hatte inzwischen gedreht.

Die nächsten Stunden erwartete uns dann eine etwa 1 Meter hohe Welle und die Düse zwischen den beiden Inseln Teneriffa und La Gomera.
Da normalerweise der Nord – Ost – Passatwind hier vorherrscht und dieser nun den mehr südlichen Wind vor 4 Stunden abgelöst hat blies uns der Wind von Steuerbord doch mit rund 30 Knoten auf den Bug und die Seite. Meine Crew nahm es wacker. Zwei Damen kochten uns sogar noch ein vorbereitete Essen unter Deck, was ihnen nicht soooo gut tat, aber auch nicht schlimm endete. Mir war es recht. Ich hatte inzwischen einen riesigen Hunger.

Das Geschirr verschanzten wir nach dem Essen und im Prinzip warteten dann wohl auch alle bis wir die endlich in der Marina La Gomera ankommen würden. Zweien wurde es dann doch noch schlecht, war aber nicht so schlimm war und nach ca. 3 Stunden ungemütlichem Seegang erreichten wir auch die Marina von San Sebastian. Ich funkte den Marinero auf Kanal 9 an und dieser erwartete uns auch schon am Steg und wies uns einen Platz zu.

Das ist sehr angenehme da. Ein Marinero ist rund um die Uhr vor Ort und hilft vor allem beim Anlegen und so war das erste Manöver mit meiner unerfahrenen Crew, die ich natürlich vorher schon ein bisschen eingewiesen hatte, sehr erfolgreich.

San Sebastian

Nun hatten wir wieder festen Boden unter den Füssen. Es war inzwischen 19 Uhr, der Marinero gab mir gegen 10 Euro Pfand zwei Karten für die Eingangs – und Toilettenanlage und einen kostenlosen Code für´s WLAN Netz und nach dem Duschen machten wir uns auf ins kleine Städtchen zum Abendessen.

Wir saßen draußen und es wurde etwas frisch, dennoch genossen wir alle das Essen und gingen später gesättigt zurück zur Yacht.

In dieser Marina legen auch die zwei Fähren an, die von Los Cristianos täglich mehrfach nach La Gomera fahren. Mal bleiben sie in unserer Marina, wie diese Nacht, mal in Los Cristianos über Nacht. Leider haben sie immer den Motor an und das macht recht laute Geräusche. Als ich aber den Niedergang geschlossen hatte, waren kaum Außengeräusche zu hören und zumindest ich schlief in dieser Nacht super gut.

So, das war der erste Teil Im Wal Revier Segeln – Toern 4 vom 06.08. – 13.08.2016.

Wie das nun weiter ging mit meiner recht unterfahrenen Crew, der Yacht und den Walen erfährst du in einer der nächsten Folgen.

Ich bedanke mich herzlich, dass du zugehört hast. Und ich freue mich immer riesig, wenn ich an der Statistik meines Hosters sehe, wie viele Menschen sich meine Folgen schon herunter geladen haben.

Gerne kannst du mir auch einmal eine Rückmeldung geben, entweder auf meinem Blog, www.segelpodcast.com oder in den sozialen Medien auf denen ich vertreten bin. Da findest du mich vor allem auf Facebook und Xing. Auf Twitter und LinkedIn halte ich mich nicht so oft auf, bekomme aber natürlich mit, wenn du mir was geschrieben hast. Vielleicht magst du auch mal ein Video von mir auf Youtube anschauen, da findest du mich unter Monika Bubel.

Ausklang

Und zum Abschluss stelle dir folgendes vor. Das Meer ist spiegelglatt, die Sonne scheint wärmend auf deinen Rücken. Du schaust auf´s Meer hinaus, in der Ferne siehst du etwas Festland und plötzlich hörst du ein

pfuuu

und das eintauchen eines massigen Körpers ins Meer. Und dann wieder

pfuuu

und ein paar kleine Wellchen schlagen an deine Bordwand.

Du siehst den runden Kopf eines Grindwalbullen, der um die 8 Meter groß ist und wieder taucht er ab und kommt wieder hoch mit einem

pfuu.

Haaaachh das sind die Momente im Leben, die ich nie vergessen werde und ich wünsche dir, dass du sie auch einmal erleben darfst.

Vielleicht auch auf einem meiner Törns vor Teneriffa. Die nächsten sind in Planung vom 18. Februar 2017. Melde dich einfach bei mir, wenn du Interesse hast.

Und für heute verabschiede ich mich mit meinem Wunsch an dich

LEBE FREIHEIT

deine Moni

Veröffentlicht von

www.segelpodcast.com

Bei Segelpodcast.com von und mit Monika Bubel bekommst du mein gesamtes Segel Wissen und das von meinen Interviewpartnern. Egal ob du schon segelst oder es lernen möchtest, hier bist du genau richtig, wenn du in erlebten Geschichten mehr übers Segeln erfahren möchtest. Bootsführersschein. Sicherheit. Bordleben sind nur einige der Themen. Ich berichte auch von meinen aktuellen Erlebnissen unterwegs und werde immer mal wieder über meine Lieblinge die Wale und Delfine reden. Ich freue mich auf DICH. Einschalten. Zuhören. Relaxen. Lernen. Inspirieren lassen. Tun und FREIHEIT leben. Ich freue mich auf deine Kommentare, Monika

Schreibe einen Kommentar


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen